Kleines Kind, große Verantwortung: In Israel soll eine zwei Monate altes Mädchen seinem Bruder ein besseres Leben ermöglichen.
Der drei Jahre alte Bruder des Kindes leidet am Shwachman-Diamond-Syndrom. Deswegen wächst er nicht normal, hat eine verkümmerte Bauchspeicheldrüse und leidet immer wieder an Infektionen. Sein Leukämierisiko ist erhöht, die Lebenserwartung nur gering.
Nur eine Knochenmarkspende von einem passenden Spender kann ihm helfen. Deswegen willigten die Eltern trotz schwerer Bedenken in den Plan der Ärzte ein und ließen nach einer künstlichen Befruchtung den genetisch passenden Embryo auswählen und einpflanzen.
Die Auswahl war nötig, da ein weiteres Kind nur mit 25-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein passender Spender gewesen wäre. Zudem befürchteten die Eltern, dass ein weiteres Kind ebenfalls an der Krankheit leiden würde. In einem Zeitungsinterview sagte die Mutter: ” Wir wollten dringend noch ein Kind, aber wir wollten nicht, dass es auch krank ist und wie sein älterer Bruder leidet”.
Glücklicherweise konnten die Ärzte einen passenden Embryo auswählen, der sich auch in der Gebärmutter einnistete und sich gut entwickelte. Das gesunde kleine Mädchen sein nun mit 100-prozentiger Sicherheit eine kompatible Spenderin, meinen die Ärzte des Schaarei-Zedek-Krankenhauses in Jerusalem. Nach der Geburt wurde das Nabelschnurblut des Mädchens aufbewahrt, das nun hoffentlich dem großen Bruder beim Gesundwerden hilft.
In Großbritannien und Spanien kamen schon ähnliche Fälle vor. Die Auswahl des passenden Embryos ist unter anderem dort und in Schweden erlaubt. In Deutschland ist die Präimplantationsdiagnostik verboten. Embryos dürfen bei uns nicht anhand ihrer genetischen Merkmale ausgewählt werden.
Erst vor kurzem hat ein Berliner Frauenarzt sich selbst angezeigt, der im Zuge einer Kinderwunschbehandlung einer Frau den Embryo eingepflanzt hat, der laut der genetischen Voruntersuchung die besten Chancen hatte, zu überleben und zu einem gesunden Kind heranzuwachsen. Er wurde freigesprochen und hat mit dem Prozess dafür gesorgt, dass die PID wieder verstärkt diskutiert wird.






Der Berliner Frauenarzt hat aber keine PID durchgeführt, um ein passendes Geschwisterkind in die Welt zu setzen, sondern in den betreffenden Fällen ging es um ausgeprägt schwere Erbkrankheiten, die beim Nachwuchs verhindert wurden.
Ich freue mich jedenfalls, dass dieser Berliner Arzt den Mut dazu hatte und dass es für die betreffenden Paare nun etwas mehr Hoffnung gibt, dass sich mal was bewegt.
Hallo Rebella,
danke für deinen Kommentar.
Ich wollte auch gar nicht behaupten, dass der Berliner Arzt ein sozusagen kompatibles Kind erzeugen wollte, es ging mir nur darum, dass er vor dem Einpflanzen eines Embryos einen ausgesucht hat, und durch seine Selbstanzeige die PID-Debatte wieder angestoßen hat.
Falls ich mich missverständlich ausgedrückt habe, tut mir das leid.