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Hebammen brauchen unsere Hilfe

Freitag, 30.04.2010 von Alexandra

Die deutschen Hebammen sehen sich in Bedrängnis. Durch steigenden Kosten, etwa Versicherungsprämien, und sinkende Vergütung geben immer mehr Hebammen ihren Beruf entweder ganz auf, oder sind zumindest nicht mehr als selbstständige Gesundheitsprofis in ihrer Stadt oder Gemeinde verfügbar.

Sie befürchten, dass deswegen die Versorgung von Schwangeren, Babys und Wöchnerinnen nicht mehr flächendeckend gegeben ist. Jetzt wenden sie sich mit einer Petition an den Bundestag, der dafür sorgen soll, dass die Versorgung mit Hebammenhilfe auch weiterhin flächendeckend verfügbar ist. Jetzt brauchen die Hebammen also selbst Hilfe.

Viele Frauen denken auch heute noch, dass der Frauenarzt der einzig richtige Ansprechpartner während der Schwangerschaft und für die Geburt ist. Tatsächlich kann eine Hebamme eine Frau aber genauso gut und in vielen Belangen noch besser während der Schwangerschaft und im Wochenbett betreuen. Für die Geburt ist eine Hebamme sowieso unerlässlich, da Hebammen von Gesetzes wegen die einzigen Personen sind, die eine Geburt leiten dürfen.

Sie kümmern sich nicht nur um die körperliche Gesundheit der Frau und des Babys, sie informieren auch zu Themen wie Geburtsvorbereitung oder Stillen, und bieten auch Hilfestellung für die persönlichen und seelischen Probleme und Umwälzungen, denen Schwangere, junge Mütter – und auch Väter! – gegenüberstehen.

In der Begründung zu ihrer Petition erläutern die Hebammen, wie ihnen finanzielle Zwänge die Ausübung ihres Berufs unmöglich machen: 1992 betrug die Haftpflicht-Versicherungsprämie für die Tätigkeit freiberufliche Hebammen (Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Betreuung im Wochenbett) umgerechnet 179 Euro. Bis 2009 stieg die Prämie auf 2370 Euro an.

Ab 1. Juli 2010 wird die Versicherungsprämie für Geburtshilfe 3689 Euro betragen. Der Hebammenverband hält es deswegen für absehbar, dass sich die meisten Hebammen deswegen aus der Geburtshilfe zurückziehen müssen – einem der Kernbereiche ihrer Tätigkeit.

Das betrifft übrigens nicht nur freiberufliche, sondern sogar auch fest angestellte Hebammen. Sie müssen sich ebenfalls selbst haftpflichtversichern. Gleichzeitig steigt aber das Risiko, weil durch Personalabbau immer mehr Geburten von einer Hebamme gleichzeitig betreut werden müssen.

Wer die Petition der deutschen Hebammen unterstützen möchte, kann dies ab dem 5. Mai, dem Internationalen Hebammentag, online beim Bundestag tun. Dem Mitzeichnen der Petition geht ein sehr kurzer Registriervorgang voraus; wer schon einmal eine e-Petition mitgezeichnet hat, kann sich mit seinen bestehenden Daten anmelden. Damit sich der Bundestag mit der Petition befasst, sind 50.000 Unterschriften nötig.


 

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