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Karrierekiller Elternzeit

Dienstag, 03.11.2009 von Alexandra

Mit der Elternzeit wollte die Bundesregierung Eltern eigentlich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Jeder Elternteil hat Anspruch auf Elternzeit, um sein Kind zu betreuen und zu erziehen. Die Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber ruhen während dieser Zeit je nach Vereinbarung komplett oder teilweise.

Geplant war eigentlich, dass es gerade auch Vätern leichter fällt, sich einige Zeit nicht um ihre Arbeit, sondern um ihr Kind zu kümmern. Gekündigt werden darf  ihnen während dieser Zeit nicht, ähnlich wie die Mutter während des Mutterschutzes stehen die Eltern unter Kündigungsschutz. Ein zusätzlicher Anreiz sind die zwei Monate Elterngeld, die es nur dann gibt, wenn der zweite Elternteil mindestens zwei Monate lang Elternzeit nimmt – in der Regel ist das eben der Vater.

Eine feine Sache also, sollte man zumindest meinen. Klappt es aber in der Realität auch so gut? Anscheinend nicht. Statt vom gehetzten Manager zum kompetenten Familienvater zu werden, gewinnen manche Väter anscheinend zwar unschätzbare Zeit mit ihren Kindern – verlieren durch ihre Väterzeit aber wohl aus Sicht ihres Arbeitgebers an Wert.

Das zumindest geht aus einem Bericht der Nürnberger Zeitung über die Hamburger Initiative Väter e.V. hervor. Der Verein kennt hunderte von Fällen, in denen Arbeitgeber Vätern beim Beantragen von Elternzeit entweder Hindernisse in den Weg legen oder sie hinterher dafür “büßen” lassen. So werden zurückkehrenden Vätern etwa nachlassende Leistungen vorgeworfen, ihnen weniger anspruchsvolle Aufgaben zugeteilt oder sie etwa schlichtweg aus der Firma gemobbt.

Vereinsgründer Volker Baisch begründet das mit einem Mentalitätsproblem des Managements: “Viele fühlen sich mit ihrer eigenen Biografie konfrontiert und denken: ,Ich konnte mir das damals doch auch nicht erlauben’.” Nach Baischs Meinung haben viele Verantwortlichen wohl auch Angst, dass Väter in Elternzeit Schule machen, und nach und nach alle Führungskräfte in Elternzeit gehen. also der Elternzeit-Exodus droht.

Immer noch werden Männer gerade in leitenden Positionen so gesehen, dass sie alles für ihre Karriere opfern – auch die Familie. Es gebe auch die Angst, so Baisch, dass Engagement und Motivation unter den zwei Monaten – mehr sind es ja meist nicht – leiden könnten. Bis zu einem Umdenken werden noch fünf bis zehn Jahre ins Land gehen, schätzt Baisch.

Habt ihr bzw. haben eure Partner ähnliche Erfahrungen gemacht? Hattet ihr den Eindruck, nach der Elternzeit als weniger wertvoll oder notwendig für euren Arbeitgeber zu sein?


 

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