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Schon wenig Hilfe könnte viele Mütter retten

Donnerstag, 24.09.2009 von Alexandra

Im südlich der Sahara gelegenen Afrika sind ist den 90-er Jahren die Müttersterblichkeit nur wenig zurückgegangen. Immer noch kommen auf 100.000 Geburten über 900 Todesfälle bei den Müttern. Die Frauen sterben meistens an Blutungen oder Blutvergiftungen, die von den schlechten hygienischen Bedingungen herrühren.

Im Ärzteblatt “Lancet” haben jetzt Wissenschaftler des University College in London einen Artikel veröffentlicht, in dem sie zeigen, dass schon relativ günstige Medikamente vielen Müttern das Leben retten könnten – wenn sie Zugang dazu hätten.

Wie Spiegel Online berichtet, haben die Forscher ausgerechnet, dass jedes Jahr 21.300 Frauen vor dem Tod durch Verbluten oder Blutvergiftung gerettet werden könnten, wenn sie das blutstillende Hormon Oxytocin und Antibiotika erhalten würden.

Noch größer wäre der Erfolg, wenn in ländlichen Gebieten junge Mütter auf medizinisch ausgebildete Helferinnen zählen könnten und das ebenfalls zur Blutstillung verwendete Medikament Misoprostol erhältlich wäre. Dann könnten laut der Berechnungen von Dr. Christina Pagel und Professor Anthony Costello ein Drittel der Frauen gerettet werden, die sonst sterben müssten. Das sind immerhin 59.000 Frauen – die Einwohnerzahl einer mittelgroßen Stadt.

Bemühungen zur Senkung der Müttersterblichkeit – immerhin eines der Millenniumsziele der UNO – sollten sich also vorerst darauf konzentrieren, Geld für diese grundlegend wichtige Medikamente zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig freiwillige Helfer auszubilden, die auch in abgelegenen Gegenden Frauen bei der Geburt unterstützen und betreuuen.

Gleichzeitig muss natürlich auch ein kompetentes Gesundheitssystem aufgebaut werden. Lernen kann man aus den Fehlern, die etwa in Burundi gemacht wurden: Hier werden Mütter und Kinder unter 5 Jahren kostenlos medizinisch versorgt. Für die Mütter ist das gut, jedoch wurde versäumt gleichzeitig die Krankenhäuser auszubauen und mehr medizinisches Personal auszubilden.

So kommt es, dass manche Frauen stundenlang darauf warten müssen, bis sie mit dem Arzt sprechen können, sich das Bett mit einer anderen Wöchnerin teilen müssen oder einfach auf dem Boden schlafen, bis sie wenige Stunden nach der Entbindung nach Hause geschickt werden.

Die Arbeitslast der Mediziner hat sich verdoppelt, in manchen Fällen verdreifacht. Nach Schätzungen mancher Ärzte hat sich die Zahl der Patienten verfünffacht, die Zahl der durchgeführten Kaiserschnitte versiebenfacht. Das Gehalt der Ärzte und Krankenschwestern blieb das unverändert. Das Ergebnis: Viele Ärzte wandern in den privaten Sektor ab, um mehr Geld zu verdienen. Das Gesundheitssystem droht zusammenzubrechen.


 

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