Seit einigen Tagen macht die Meldung in Zeitungen und Online-Medien die Runde, dass eine Tunesierin schwanger sein soll – mit Zwölflingen. Sportliche Betrachter vermerken sofort, dass sie damit Octo-Mum schlagen würde, die Anfang des Jahres Achtlinge zur Welt gebracht hat.
Über die Nachricht herrscht allgemeines Erstaunen, die Eltern jedoch sollen sich nach Medienberichten über ihre Kinder freuen. Sie könnten es kaum erwarten, die sechs Mädchen und sechs Jungen im Arm zu halten, sagen die Eltern, beide Lehrer, angeblich.
Ärzte allerdings sind besorgt: Der Körper einer Frau ist nicht darauf ausgelegt, zwölf heranwachsende Embryos zu beherbergen. Der Platz in der Gebärmutter wird oft schon bei Zwillingen knapp, deswegen sind bei Mehrlingsschwangerschaften Frühgeburten an der Tagesordnung. Das gilt natürlich umso mehr, je mehr Kinder erwartet werden.
Nach Angaben der Daily Mail, einer englischen Zeitung, hat sich die Frau einer Hormonbehandlung unterzogen, nachdem sie innerhalb von zwei Jahren zwei Fehlgeburten erlitten hatte. Über das Paar ist wenig bekannt, außer dass sie in Gafsa, einer Stadt rund 400 Kilometer südlich von Tunis, leben sollen.
Die Daily Mail zitiert auch einen englischen Frauenarzt, der mit einer Frühgeburt um die 20. Woche herum rechnet – die jüngsten bekannten Frühchen überlebten mit 22 Wochen, und auch das nur mit intensivster medizinischer Versorgung und Pflege, und schweren neurologischen Schäden. Der Arzt befürchtet, dass keines der Kinder überleben wird.
Ärzte bezweifeln dass die Stadt über eine Geburtstation verfügt, die zwölf Frühgeburten gleichzeitig angemessen versorgen kann – noch nicht einmal Krankenhäuser in reichen Industrieländern wären dieser Aufgabe gewachsen.
Näher hingesehen hat auch Kinderwunsch-Experte Elmar Breitbach. Seiner Meinung nach handelt es sich bei der Meldung um eine Ente.





