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Wie man mit Kindern über Schlimmes spricht

Dienstag, 19.01.2010 von Alexandra

In den letzten Tagen berichten die Medien ausführlich über die entsetzlichen Auswirkungen des Erdbebens in Haiti. Schon vielen Erwachsenen folgen die Bilder bis in ihre Träume, wie muss es da erst Kindern gehen, die vielleicht ganz zufällig mit diesen Schreckensvisionen konfrontiert werden?

Aber was soll man als Mutter oder als Vater tun, wenn Kinder diese Art von Verwüstung, Tod und Leid erklärt haben wollen? Die US-amerikanische Internetseite parenting.com hat dazu einen Experten befragt, der Eltern Tipps für so ein schwieriges Gespräch gibt. Diese Ratschläge helfen nicht nur wenn es um das Erdbeben geht, sondern sie sind immer dann hilfreich, wenn eine Tragödie in das Leben der Kinder hineinplatzt.

Der befragte Experte ist Dr. Paul Coleman, der auch das Buch “How To Say It To Your Child When Bad Things Happen” (”So sagen Sie es Ihrem Kind, wenn etwas Schlimmes passiert”) geschrieben hat. Er hat fünf Ratschläge für Eltern, wie sie mit Kindern über Katastrophen in weit entfernten Ländern sprechen können. Vieles davon gilt aber auch dann, wenn es beispielsweise einen Todesfall in der Familie gibt, über den man mit den Kleinen sprechen muss.

Prinzipiell beruhen die Tipps auf diesen Grundlagen: Die Ängste des Kindes ernst nehmen und es beruhigen, wenn es Angst hat. Gerade beim Beruhigen kann es natürlich so sein, dass man das Kind “anlügen” muss – schließlich kann niemand garantieren, dass es bei uns nicht auch zu einer Katastrophe kommt.

Kleinen Kindern braucht man aber natürlich nicht mit Worten wie “wahrscheinlich” oder “unwahrscheinlich” kommen. So etwas verstehen sie erst in späteren Entwicklungsstufen, frühestens im Kindergarten, wahrscheinlich sogar erst nachdem sie in die Schule gekommen sind. Sie müssen einfach wissen, dass sie und ihre Familie sicher sind. Diese Sicherheit müssen ihre Eltern ihnen geben, zur Not eben auch auf Kosten der absoluten Wahrheit.

Daran sieht man, dass bei einem solchen Gespräch viel vom Alter des Kindes abhängt. Ähnlich sollte man sich am Kind orientieren, ob man überhaupt darüber spricht oder nicht. Coleman rät dazu, nur dann mit Kindern über traumatisierende Ereignisse zu sprechen, wenn diese von sich aus das Gespräch suchen. Sie sozusagen mit der Nase auf das Leid in der Welt zu stoßen ist auf jeden Fall ungut.

Der letzte Ratschlag mag uns etwas arg amerikanisch erscheinen, ist aber sehr konstruktiv: Dr. Coleman schlägt vor, das Gespräch dazu zu nutzen, über Mitgefühl zu sprechen und darüber, wie man anderen helfen kann. Das kann durch Spenden für eine Hilfsorganisation geschehen, oder aber auch ganz konkret Hilfe für bedürftige Personen im eigenen Umfeld sein, beispielsweise ältere oder behinderte Nachbarn.


 

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