Kinder gehören zu ihren Eltern. Das ist eine allgemein anerkannte “Tatsache”. Anders sehen die meisten das nur, wenn die Kinder bei ihren Eltern in Gefahr sind, ob wegen Missbrauchs, Verwahrlosung oder aus anderen Gründen.
Was aber ist, wenn die Eltern sich trennen? Wohin gehören die Kinder dann? Normalerweise finden die meisten Menschen dann, dass die Kinder zur Mutter gehören. Sie wird als “natürliche” Pflegeperson angesehen, die sozusagen von Haus aus immer weiß, was für ihre Kinder am Besten ist.
Die Väter sind demzufolge nur Eltern zweiter Klasse. Wie aber erklärt sich das? Können Männer sich weniger um Kinder kümmern, nur weil Schwangerschaft und Geburt von der Natur den Frauen vorbehalten wurde? Ist es eine Tatsache oder ein Vorurteil, dass Väter zwar durchaus wichtig sind für die Entwicklung der Kinder, aber im Zweifelsfall ein Kind doch lieber bei der Mutter aufwachsen sollte? Diese Thematik spricht Hans-Georg Nelles in seinem Väter-Blog an.
Gleichzeitig berichtet der Spiegel in seiner Online-Ausgabe darüber, dass jedes fünfte Kind in Deutschland aus verschiedenen Gründen mit nur einem Elternteil aufwächst, meist der Mutter. Wissenschaftler sind seit langem der Ansicht, dass es vor allem für Jungs problematisch ist, wenn sie ohne Vater aufwachsen.
Zweifellos macht es einen Unterschied, ob die Beziehung der Eltern gescheitert ist und einen Scheidung dazu führt, dass ein Elternteil fehlt, oder ob die Mutter von Anfang an allein war oder vielleicht sogar früh verwitwet ist. Egal warum der Vater fehlt – die Mutter trägt immer eine viel größere Last und hat beispielsweise ein erhöhtes Depressionsrisiko, nicht nur für Depressionen während der Schwangerschaft oder Wochenbettdepressionen.
Dass vor allem Jungen der Vater fehlt, konnte jetzt eine Untersuchung belegen, die Matthias Franz, Facharzt für psychosomatische Medizin in Düsseldorf, zusammen mit einem Leipziger Kollegen durchgeführt hat. Sie fanden heraus, dass vaterlose Kinder ein viel höheres Risiko haben, an Depressionen zu erkranken, öfter hyperaktiv sind und viermal öfter zu Drogen greifen. Sie sind deswegen der Meinung, dass Männer bei der Rollenfindung von Jungen unersetzbar sind, gerade auch wenn es um die sexuelle Identifikation geht.
Natürlich sollten Kinder bei einer Trennung oder Scheidung bei dem Elternteil bleiben, das sich besser um sie kümmern kann. Aber sind Mütter automatisch die besseren Eltern, einzig und allein deswegen, weil sie gebären und stillen können? Wären dann nach dieser Argumentation Frauen, die nicht schwanger werden oder nicht stillen können, automatisch deswegen schlechtere Eltern, und hätten keine Adoption und auch kein Sorgerecht verdient? Was meint ihr?






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