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Babys hören Gefühle

Donnerstag, 25.03.2010 von Alexandra

Smileys kennt inzwischen so gut wie jeder. Die kleinen grinsenden, traurigen, wütenden oder spöttischen Gesichter helfen bei der Kommunikation im Internet nach, wenn durch den fehlenden direkten Kontakt zum Gesprächspartner die Bedeutung nicht ganz klar wird. Im direkten Gespräch weiß man, was der andere sagen will, ob er lobt oder sich ironisch äußert. Grund dafür ist die Satzmelodie, die man mehr oder weniger unterbewusst deutet. Und das können sogar schon Babys.

Ein Team des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hat untersucht, ab wann Babys in der Lage sind, die Satzmelodie richtig zu deuten. Sie fanden heraus, dass Babys schon im Alter von etwa sieben Monaten unterscheiden können, welche Gefühle in der Sprache mitspringen – in einem Alter, in dem sie selbst die Sprache bei weitem noch nicht beherrschen!

Die Forscher untersuchten die Reaktion von vier bis sieben Monate alten Babys auf Stimmen und verschiedene Geräusch, etwa Musik, Tier- oder Naturgeräusche. Sie konnten feststellen, dass Babys erst ab vier Monaten Stimmen von anderen Geräuschen unterscheiden können. Wenn sie etwa sieben Monate alt sind, verarbeiten sie Stimmen schon so ähnlich wie Erwachsene. In diesem Altern können sie unterscheiden, ob eine Stimme fröhlich oder wütend klingt, oder eher ausdruckslos ist.

Möglich ist dies, weil die Hirnregionen, die den Klang von Stimmen verarbeiten, sich auf deren emotionalen Gehalt spezialisiert haben. Klingt das Gehörte bedrohlich, wird es als erstes verarbeitet – eine gute Schutzfunktion. Das Gehirn reagiert also auf einen mit fröhlicher Stimme gesprochenen Satz anders als auf einen mit wütender Stimme gesprochenen, unabhängig vom Inhalt.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von ihren Untersuchungen mehr Einblick beispielsweise in den Autismus, der mit einer gestörten Stimmen- bzw. Sprachverarbeitung einhergeht. Da die Spezialisierung der für die Spracherkennung zuständigen Gehirnregionen schon sehr früh stattfindet, können die gestörten Entwicklungsprozesse, die zum Autismus oder anderen Entwicklungsproblemen führen, vielleicht auch schon sehr früh identifiziert werden.


 

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  • Babys hören Gefühle | 25.03.2010 um 15:37

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