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Betreuungsgeld “idiotisch”?

Donnerstag, 26.11.2009 von Alexandra

Das Betreuungsgeld spaltet Politiker und Erziehungsexperten - dabei hätte man doch erwarten sollen, dass sich alle Interessengruppen über die Förderung von Kindern freuen, oder?

Eigentlich schon – nur sind sich nicht alle einig, ob Kinder damit überhaupt gefördert werden, ob das Geld von den Eltern nicht für andere Zwecke als die Betreuung ausgegeben werden, ob das Betreuungsgeld überhaupt sinnvoll ist oder nicht. Ganz zu schweigen von der Diskussion darüber, wie das Geld nun vergeben werden soll.

Sorge Nummer eins: Die FDP befürchtet, dass das Betreuungsgeld – geplant ist eine monatliche Zahlung von 150 Euro - von armen Familien gar nicht für die Kinder selbst, sondern für andere Zwecke verwendet wird. Sie propagiert deswegen die “Auszahlung des Geldes” in Form von Gutscheinen. Das haben CSU/CDU bisher als Bevormundung der Familien abgelehnt, inzwischen haben sich führende Unions-Politiker aber wohl doch davon überzeugen lassen, vor allem für Familien, die beim Jugendamt “auffällig” geworden sind.

Familienministerin von der Leyen hat es mit der Entscheidung Gutschein vs. Bargeld nicht so eilig. Das Betreuungsgeld soll erst 2013 eingeführt werden, es bestehe also kein Zeitdruck. Im ARD-Morgenmagazin meinte sie, “es gehe darum, Erziehung zu honorieren, ohne die Kinder von Bildungsangeboten abzukoppeln”. Sie will keinesfalls die Kinderbetreuung in Tagesstätten und die Betreuung zu Hause gegeneinander ausspielen.

Die Grünen und SPD sind beide gegen das Betreuungsgeld. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier befürchtet, dass gerade Migrantenfamilien, deren Kinder am meisten von der Frühförderung in Krippen und Kitas profitieren könnten, ihre Kinder zu Hause behalten und dafür das Geld einstreichen.

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, ist generell gegen das Betreuungsgeld: “Einerseits frühkindliche Bildung auszubauen und andererseits Eltern mit 150 Euro pro Kind zu überreden, diese nicht in Anspruch zu nehmen, ist idiotisch.”

Was uns an der Diskussion stört: Wäre es nicht wichtiger, zuerst mal die Eltern zu entlasten, die ihre Kinder betreuen lassen müssen? Entlasten heißt hier: Ihnen sollte dadurch kein finanzieller Nachteil entstehen.

Außerdem: Wie genau lässt es sich feststellen, ob die 150 Euro Betreuungsgeld für etwas anderes als die Betreuung des Kindes ausgegeben werden? Wenn das Kind gerade einen neuen Wintermantel braucht, darf man die 150 Euro also nicht dazu nehmen oder was? Wem ist denn mit so etwas geholfen?!


 

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