Eine britische Umfrage bei fast 10.00 Müttern hat ergeben, dass Eltern große Erwartungen haben, was die Karriere ihre erstgeborenen Kinder betrifft. Sie gehen davon aus, dass das erste Kind im Beruf erfolgreicher ist als die folgenden Kinder.
Setzen die Eltern ihre Kinder damit zu sehr unter Druck? Möglich wäre es. Die Umfrage von Netmums, einer großen britischen Eltern-Community im Internet, zeigte deutlich, dass die Eltern, bzw. die Mütter, von ihren erstgeborenen Kindern mehr erwarten als von seinen Geschwistern. 35 Prozent glauben daran, dass das erste Kind den meisten Erfolg hat. Vom jüngsten Kind dachten das nur 15 Prozent, und vom zweiten von drei Kindern sogar nur sechs Prozent.
Die Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Dr. Monika Niehaus, weist laut n-tv darauf hin, dass trotz vieler Untersuchungen noch nicht einmal Experten sicher sind, ob die Reihenfolge der Geburt überhaupt einen Einfluss auf die Persönlichkeit und die spätere Karriere eines Kindes hat.
Dr. Alicia Renedo, psychologische Beraterin bei Netmums, hält eine Wechselwirkung für möglich: Eltern haben vor allem an ihr erstgeborenes Kind große Erwartungen und üben deshalb besonders viel Druck auf es aus. Womöglich liegt es daran, dass sich Mütter am meisten mit ihrem erstgeborenen Kind identifizieren und ihre eigenen Erwartungen auf das Kind projizieren – es muss fast gezwungenermaßen die Erfolge erreichen, die die Eltern erringen wollten.
Dabei besteht die Gefahr, dass das Kind überfordert, aber auch überfördert wird – übertriebene Förderung, auch mit den besten Absichten, kann schon bei Kindern zum Burn-out führen und dem Kind nachhaltig schaden. “Je größer der Druck, desto höher wird das Risiko, dass das Kind ängstlich und depressiv wird”, so Dr. Monika Niehaus.
Lichtblick: Immerhin 44 Prozent der Mütter konnten oder wollten nicht sagen, von welchem ihrer Kinder sie den meisten Erfolg erwarteten, und bei der Frage “Welches Kind wird wohl im Leben am glücklichsten sein?” waren zwar die jüngsten Kinder mit 35 Prozent die größten “Glückspilze”, aber 51 Prozent der Mütter sagten auch: “Ich weiß es nicht”.





