Eine finnische Studie hat jetzt einen Zusammenhang zwischen Hyperaktivität und auffälligem Benehmen bei Kindern und der Länge ihrer Nachtruhe hergestellt. Die Forscher fanden heraus, dass die Kinder am hyperaktivsten waren, die weniger als acht Stunden Schlaf pro Nacht hatten.
Bei der Studie, die von der Universität Helsinki in Zusammenarbeit mit dem finnischen Gesundheitsamt durchgeführt wurde, wurden 280 Kinder im Alter von sieben und acht Jahren untersucht. Alle Kinder waren gesund, keines davon litt an der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
Um die Schlafdauer über einen Zeitraum von sieben Nächten festzustellen, ließen die Wissenschaftler die Eltern der Kinder einen Fragebogen ausfüllen. Gleichzeitig mussten die Kinder Messgeräte tragen, die die tatsächliche Schlafdauer aufzeichneten.
Dabei stellte sich heraus: Die Eltern überschätzten in fast allen Fällen die Zeit, in der ihre Kinder wirklich schliefen. Sie rechneten ab dem Zeitpunkt, ab dem die Kinder im Bett lagen – meist schlafen die Kinder aber nicht sofort ein.
Die Kinder mit einer Schlafdauer von unter 7,7 Stunden zeigten eine “höhere Hyperaktivität” und auch mehr unkontrolliertes impulsives Benehmen als andere Kinder. Studienleiterin Dr. Juulia Paavonen hält es deswegen für möglich, dass Schlafmangel die Verhaltensprobleme von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen verschlimmern kann, betont aber auch, dass noch weitere Studien nötig seien.
Sie rät Eltern dazu, den individuellen Schlafbedarf ihres Kindes herauszufinden und dafür zu sorgen, dass das Kind regelmäßig ausreichend lange schläft. Schon ein 30 Minuten längerer Schlaf kann sich positiv auf Reaktionszeiten, Impulsivität, und Aufmerksamkeit auswirken. Hyperaktives Verhalten ist nicht, wie immer noch viele meinen, abhängig von der Erziehung, und lässt sich auch nicht durch besonders strenge Erziehungsmaßnahmen “bessern”.
Gerade für etwas ältere Mütter dürfte die ganze Angelegenheit nicht wirklich überraschend sein. Eine kurze Umfrage in unserer Redaktion hat ergeben: Jede unserer Mütter hat in unserer Kindheit regelmäßig Übermüdung für “aufgedrehtes” Verhalten verantworlich gemacht – und uns ins Bett gesteckt. Klar, damals kannte kaum jemand auch nur das Wort “hyperaktiv” …
Wie oft wird wohl ein Kind mit ADHS diagnostiziert, wenn es einfach nur chronisch unausgeschlafen ist? Es ist bestimmt einen Versuch wert, einem Kind erst einmal ausreichend Schlaf zu verschaffen – wenn das nicht hilft, kann man das Kind immer noch in die ADHS-Schublade stecken.






Das wäre interessant, in dieser Form weiterzudenken.