Die Zahl der misshandelten Kinder steigt. Darauf wiesen der Bund Deutscher Kriminalbeamter und die Deutsche Kinderhilfe heute in Berlin hin. Allein 2008 wurden 1799 Kinder unter sechs Jahren misshandelt. 1998 lag die Zahl noch bei 907.
Der stellvertretende BDK-Vorsitzende, Bernd Carstensen, meinte dazu im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung: “Die Zahlen liegen auf einem alarmierenden Niveau”. Der Anstieg der Zahlen liege auch nur teilweise daran, dass immer weniger Menschen wegschauen wenn Kinder misshandelt werden.
Vor wenigen Tagen erst hatte das Statistische Bundesamt die Zahlen der Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen veröffnet. Auch diese Zahlen ließen klar erkennen, dass das Jugendamt immer öfter und früher eingreifen muss, um Kinder vor Vernachlässigung oder Misshandlung zu retten. Auch bei dieser Statistik nahm der Anteil der betroffenen Kinder unter sechs Jahren deutlich zu.
Noch bedrückender ist, dass nach Informationen des BDK auch der Anteil der Kinder unter den Opfern von Mord und Totschlag nicht zurückgegangen ist. BDK und Deutsche Kinderhilfe machen vor allem auch Versäumnisse der Politik – zum Beispiel das gescheiterte Kinderschutzgesetz – dafür verantwortlich.
Das Kinderschutzgesetz war Anfang der Woche gescheitert, weil sich die große Koalition nicht auf einen Kompromiss einigen konnte. Das Gesetz hätte unter anderem vorgesehen, dass Jugendämter öfter Hausbesuche bei gefährdeten Familien machen müssen. Außerdem hätte das Gesetz Ärzte teilweise von ihrer Schweigepflicht entbunden, wenn diese Anzeichen von Misshandlungen – Knochenbrüche, Verbrennungen oder andere Verletzungen – oder Vernachlässigung entdeckt hätten. Ärzte hätten so untereinander Informationen austauschen und auch Kontakt mit Polizei oder Erziehern aufnehmen können, um den Verdacht auf Kindesmisshandlung zu klären.
Kleiner Erfolg allerdings: Heute hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Ergebnis einer bundesweiten Bestandsaufnahme zum Thema “Frühe Hilfen” veröffentlicht. Danach bieten immer mehr Kommunen, und zwar rund 50%, “Frühe Hilfen” an. Frühe Hilfen sind Angebote für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern. In schwierigen Lebenslagen können sich Eltern an die Kommunen wenden und erhalten dann Hilfe und Unterstützung bei ihren Erziehungsaufgaben, so dass es gar nicht erst zu Vernachlässigung und Misshandlung kommt.
Irgendwas scheint hier dramatisch falsch zu laufen. Einerseits bietet angeblich die Hälfte aller deutschen Kommunen die Frühen Hilfen an, andererseits gibt es immer mehr Kinder, die in irgendeiner Form misshandelt werden. Es stellt sich die Frage: Erreichen die Hilfen überhaupt die Familien, die sie brauchen? Oder wäre das Kinderschutzgesetz nicht doch hilfreicher gewesen? Gehen Eltern überhaupt von sich aus auf Dritte zu und gestehen, dass sie mit ihrem Familienleben nicht mehr klarkommen und mit der Kinderbetreuung überfordert sind?
Was meint ihr zu diesem Thema? Sind die Frühen Hilfen überhaupt sinnvoll? Oder muss doch ein Gesetz her?






Guten Abend. Ich bin eine 20 Jährige Frau und mir fällt immer wieder auf oder besser gesagt es ist reine Realität, dass es immer mehr misshandelte und missbrauchte Kinder auf der Welt gibt. Nun ich hab ein Anliegen. Ich will nicht, dass man mir hilft ich möchte meine Hilfe diesen Kindern bieten die sie am meisten benötigen. Ich frage auf diesem Wege, wo und ob es überhaupt Einrichtungen gibt, in welchen man sich um misshandelte/missbrauchte Kinder kümmert und gezielt dort den Kindern helfen. Ich will dazu Beitragen, dass sie in Zukunft ein halbwegs normales Leben führen können..
Wer kann mir Auskunft über solche Einrichtungen geben? Der Wille diesen Kindern zu helfen ist schon lange da!