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Immer noch zu viel Gift in Kinderspielzeug

Montag, 17.08.2009 von Alexandra

Immer wieder gerät Kinderspielzeug in die Schlagzeilen, weil es mit Schadstoffen belastet oder so schlampig verarbeitet ist, dass schnell Teile davon abreißen oder abbrechen, die Kinder dann leicht verschlucken können.

Diverse Ruckrufaktionen, Gerichtsurteile und negative Pressemeldungen scheinen jedoch bei den Herstellern noch lange kein Umdenken zu bewirken: Eine aktuelle Überprüfung des Verbraucherschutz- und des Gesundheitsministeriums Nordrhein-Westfalen hat ergeben, dass jedes fünfte Spielzeug mit Mängeln behaftet ist.

Das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit testete 150 Spielzeuge für Kinder bis drei Jahre. Wie bei den Rückrufaktionen stammen die negativ aufgefallenen Spielzeuge auch hier hauptsächlich aus Fernost, wo auch bekannte Hersteller ihre Produkte fertigen lassen. Allein das Achten auf “Markenware” ist also noch nicht Schutz genug für das eigene Kind.

Erst vor wenigen Monaten erkrankten in den USA Kinder, die Perlen aus einem Bastelset verschluckt hatten. Die Perlen enthielten den Weichmacher Butandiol, der Benommenheit bis hin zum Koma auslösen kann.

16 Proben wiesen chemische Mängel, sprich Schadstoffe auf; in neun Spielzeugen wurden die seit 2007 verbotenen Phtalate nachgewiesen. Dabei handelt es sich um Weichmacher, die bei Männern vermutlich Unfruchtbarkeit auslösen. In vier Proben fand sich Formaldehyd, das vermutlich krebserregend ist.

Ebenfalls vor krebserregenden Stoffen gewarnt hat das Landesuntersuchungsamt in Koblenz. In vielen Gummis und Kunststoffen werden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) verwendet, die das Material elastischer machen. Auch zur Schwarzfärbung des Kunststoffes dienen die PAK. Die Stoffe können Krebs erregen und das Erbgut verändern.

Das Koblenzer Amt untersuchte im vergangenen Jahr 109 Produkte, von denen neun den Orientierungswert zum Teil deutlich überschritten. Als Extrembeispiel dienen die Gummireifen eines Spielzeugautos, die etwa das 200-fache des Orientierungswertes enthielten.

Neben Schadstoffen können auch abnehmbare Kleinteile eine Gefahrenquelle sein. Immer wieder verschlucken Kinder Spielzeugteile oder atmen sie ein. Auf solche potenziellen Probleme sollten Eltern bereits beim Kauf von Spielzeug achten. Oft lassen sich Risiken bei Spielzeug so schon ausschließen.

Ein Mindestmaß an Sicherheit gewähren auch die verschiedenen Kennzeichnungen und Siegel, vor allem die “Spiel gut”- oder TÜV-Siegel oder auch das GS-Zeichen.


 

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NEUESTE KOMMENTARE:

 

  • David | 19.10.2009 um 10:13

    Hi,

    stimmt, das spiel-gut- Siegel und das TÜV-Proof Zeichen kann man als wirkliche Empfehlung betrachten. Das GS-Zeichen ist bei weitem nicht so aussagekräftig.
    Interessierte können siche unter:
    http://tinyurl.com/yjfmh59
    einen Überblick über die im Spielzeugbereich vorkommenden Siegel und deren Bedeutung schaffen.

     

 

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