Eltern in ganz Deutschland atmen auf: Endlich haben die Kita-Streiks ein Ende. Seit Monaten hatten die Erzieherinnen in den öffentlichen Kindertagesstätten immer wieder gestreikt, um so ihre Forderungen nach besserer Bezahlung, besseren Aufstiegschancen und besserem Gesundheitsschutz durchzusetzen.
Die Gewerkschaft ver.di brauchte immerhin acht Verhandlungsrunden, um für die über 200.000 Beschäftigten des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes, also für Erzieherinnen in Kitas und die Angestellten bei Sozial- und Jugendämtern, wenigstens 120 Euro mehr monatlich herauszuholen. Für ver.di-Chef Frank Bsirske ist die “ein Schritt in die richtige Richtung”, für Gerd Landsberg, den Hauptgeschäftsführer des deutschen Städte- und Gemeindebundes, ist dieser Kompromiss “kaum zu finanzieren”.
Neben den Verbesserungen beim Gehalt sieht der Kompromiss, dem ver.di nur zögerlich zugestimmt hatte, auch einen besseren Gesundheitsschutz bei der Kinderbetreuung vor. Sie bekommen so zumindest etwas von dem, wofür sie seit Ende Januar gekämpft haben, seit Mai auch wiederholt mit Streiks in verschiedenen Bundesländern. Die Fronten hatten sich immer mehr verhärtet.
Zwischenzeitlich schienen die Erzieherinnen nicht nur die Sympathien der gestressten Eltern verloren zu haben, auch an der Rechtmäßigkeit der Streiks gab es Zweifel. Das Arbeitsgericht Kiel erklärte die Streiks für rechtswidrig, weil die Gewerkschaft ver.di nicht alle anderen Verhandlungswege zum Thema Gesundheitsschutztarifvertrag ausgeschöpft habe.
Nun scheint aber endlich eine Lösung gefunden zu sein, mit der beide Parteien mehr oder weniger zähneknirschend leben können. Zumindest die Eltern können zufrieden sein – für sie läuft vorerst alles wieder seinen gewohnten Gang, auch wenn jetzt das Schreckgespenst höherer Gebühren zukommt. Die Gemeinden haben nämlich schon jetzt angekündigt, dass sie sich die Mehrausgaben für die Kitas unmöglich leisten können und die Kosten deshalb auf die Eltern umlegen müssen.
Auf die Kommunen kommen nämlich sowieso schon Ausgaben in Millionenhöhe zu, da ab 2013 ein Rechtsanspruch auf Betreuung auch für Kinder unter drei Jahren besteht. Dazu müssen bundesweit 70.000 Erzieherinnen zusätzlich benötigt.





