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Immer dickere Babys

Samstag, 07.02.2009 von Alexandra

Die beste Möglichkeit das Gedeihen eines Kindes im Mutterleib zu beurteilen ist das Wachstum. Je größer und schwerer das Baby wird, desto glücklicher sind die Eltern. Allenfalls wenn es auf die Geburt zu geht wird der Mutter bei dem Gedanken an einen Vier-Kilo-Brocken etwas flau im Magen.

Dabei hat das Gewicht allein keine Auswirkung darauf, ob die Geburt schwer oder leicht ist – entscheidend ist meist der Kopfumfang des Kindes. Mehr Probleme kann es allerdings geben, wenn das Kind so groß ist, dass es nicht mehr ins Becken passt oder nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Nur wenn das Baby sehr viel zu groß ist und die Mutter sehr zierlich kann es zu so dramatischen Komplikationen kommen wie Darm- und Blasenschädigungen bei der Mutter oder einer gebrochenen Schulter beim Baby. Dabei handelt es sich aber um sehr seltene Extremfälle.

Ärzte sehen sehr große und schwere Babys generell nur sehr ungern, zumindest wenn sie deutlich über dem Durchschnitt liegen. Das Normalgewicht eines Babys liegt bei etwa 3600 Gramm. Etwa jedes zehnte Baby bringt zumindest in Hessen mehr als dieses Normalgewicht auf die Waage, teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Kassel mit.  Seit 1990 sei der Anteil der zu dicken Babys von 9,7 auf 10,7 Prozent angestiegen.  Ähnliche Entwicklungen werden weltweit beobachtet, so ist beispielsweise 2007 in Mexiko ein Baby mit einem Gewicht von fast acht Kilo auf die Welt gekommen.

Ärzten macht diese Entwicklung Sorgen. Sie befürchten, dass eine starke Gewichtszunahme im Mutterleib die Grundlage für späteres Übergewicht und Diabetes bildet.  Schon seit längerer Zeit wird verstärkt das Übergewicht bei Babys und Kleinkindern erforscht.  So stellte sich heraus, dass Stillen einen gewissen Schutz gegen Übergewicht in späteren Jahren bieten kann.

Eine Studie eines Babynahrungsherstellers hat außerdem ergeben, dass der hohe Eiweißanteil in vielen Babynahrungsprodukten zu Stoffwechselstörungen führen kann, die das Sättigungsgefühl und den Fettstoffwechsel beeinträchtigen können.

Den Grund für das Übergewicht beim Baby sehen viele Mediziner auch bei den Müttern. Frauen werden immer später schwanger – jede vierte Mutter ist über 35 Jahre alt – und sind noch dazu oft übergewichtig. Dadurch kommt es häufiger zur Schwangerschaftsdiabetes, bei der das Kind mit Zucker überversorgt wird und dadurch unverhältnismäßig schnell wächst.

Ärzte raten deshalb zu einem Screening auf Schwangerschaftsdiabetes zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche. Wird die Diabetes rechtzeitig erkannt, kann sie behandelt werden, um Risiken für Mutter und Kind zu minimieren. Die Untersuchungskosten von rund 20 Euro werden nicht in allen Fällen von den Krankenkassen bezahlt.


 

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