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Zusätze in Babynahrung

Dienstag, 31.03.2009 von Alexandra

Seit Jahren wurden Eltern darauf geeicht, beim Kauf von Babynahrung darauf zu achten, dass sie möglichst keine unnötigen Zusätze hat – vor allem auf Kristallzucker wurde geachtet. Seit einiger Zeit gibt es aber Milchnahrung, der verschiedene probiotische und prebiotische Stoffe zugesetzt wurden. Ist das nun gut für das Baby? Schließlich gibt es ja ähnliche Produkte schon seit Jahren für Erwachsene.

Als Probiotika werden Mikroorganismen bezeichnet, die Milchsäure produzieren. Sie sind die “guten” Bakterien, die im Darm die “schlechten” Bakterien verdrängen sollen. Wissenschaftler bezweifeln nicht nur ihre Wirkung, sondern glauben auch oft nicht daran, dass sie überhaupt unbeschadet durch den Magen kommen.

Präbiotika (präbiotische Stoffe, auch prebiotisch geschrieben) sind Nahrungsbestandteile, die den Nährboden für bestimmte Mikroorganismen im Darm bilden sollen, also beispielsweise für die Probiotika.

Hersteller von Milchnahrung behaupten, dass Probiotika völlig sicher sind und gute Wirkung zeigen. Studien sollen belegt haben, dass Säuglinge, die so ernährt werden, seltener an Magen-Darm-Beschwerden leiden, seltener schreien, weil sie seltener Bauchschmerzen haben, und dass vorbelastete Kinder seltener an einer Allergie leiden, wenn ihre Nahrung mit Probiotika angereichert ist. Ihr Immunsystem sei ähnlich stark wie bei mit Muttermilch ernährten Kindern.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat sich entschieden gegen diese Zusatzstoffe in der Säuglingsnahrung ausgesprochen. Sie kritisiert vor allem, dass der gesundheitliche Nutzen der Zusätze noch nicht ausreichend belegt ist. Die BzgA rät, unter Berufung auf die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), von der Verwendung probiotisch angereicherter Säuglingsnahrung ab. Vor allem gesundheitlich angeschlagene Babys sollten danach keine derartige Nahrung bekommen.

Nach Meinung der BzgA können Eltern ab dem 6. Monat ihren Kindern pro- und prebiotisch angereicherte Nahrung zwar bedenkenlos geben. Ausführliche Studien zum tatsächlichen Nutzen dieser Nahrungen gibt es aber noch nicht.

Wie so oft sind die Verbraucher auch hier wieder das verwirrte Opfer. Ist eine mit pro- und prebiotischen Stoffen angereicherte Babynahrung nur ein Marketinggimmick? Oder wird die Nahrung dadurch wirklich der Muttermilch mit ihren ganzen gesundheitlichen Vorteilen doch ein entscheidendes Stück ähnlicher?

Hoffnung auf Klarheit gibt es, wenn überhaupt, erst ab Ende 2009. Dann sind die Aussagen über den gesundheitlichen Nutzen von Lebensmitteln (so genannte Health Claims) nur noch dann erlaubt sind, wenn sie wissenschaftlich belegt sind. Mindestens bis dahin müssen Eltern sich entscheiden, wem sie glauben – den Fachleuten der DGKJ, oder den Ernährungsprofis der Hersteller von Babynahrung.


 

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