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Kinderarmut: Armes Deutschland

Montag, 09.03.2009 von Alexandra

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert ein umfassendes Hilfssystem für Kinder aus sozial gefährdeten Familien. Laut Angaben des Verbandes lebt jedes fünfte Kind in Deutschland in oder am Rande der Armut.

Auch der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) ist alarmiert: Wie die “Neue Osnabrücker Zeitung” berichtet, befürchtet Heinz Hilger, der Präsident des DKSB, einen massiven Anstieg der Kinderarmut in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise. Derzeit handele es sich bei den fünf Millionen von Armut betroffenen Kindern um ein Drittel der 15 Millionen Kinder, aber schon in 20 Jahren werde die Hälfte der Kinder betroffen sein.

Zur Kinderarmut in Deutschland trage auch die demografische Entwicklung bei, so Hilgers. Viele Kinder würden in den armen Stadtvierteln geboren, in den gutsituierten Stadtvierteln sänken die Geburtszahlen aber drastisch.

In dem Interview nannte Hilgers die Lage “eine Katastrophe” und forderte eine Kindergrundsicherung in Höhe von 330 Euro im Monat, die der Staat für jedes Kind zahlen solle – und das auch nur, wenn alle Betreuungs- und Bildungsinstitutionen kostenlos seien. Würden dafür auch noch Kosten anfallen, müsse der Betrag bei 500 Euro pro Kind und Monat liegen.

Dieser komplette Umbau der Förderung von Kindern ist Hilgers Meinung nach dringend nötig. Er Befürchtet aber, dass dem Staat wegen der Wirtschaftskrise das Geld zu einer tiefgreifenden Reform fehle.

Auf die gesundheitlichen Folgen der Kinderarmut wies der BVKJ-Präsident Wolfgang Hartmann hin. So seien die Kinder aus sozial benachteiligten Familien oft übergewichtig und hätten zu wenig Bewegung. Hartmann sieht den öffentlichen Gesundheitsdienst und die Jugendämter in der Pflicht, die Gesundheit der Jugendlichen und Kinder zu fördern.

Dafür sei es vor allem in “sozial problematischen Wohnumgebungen” notwendig, dass Kinderbetreuung und öffentlicher Gesundheitsdienst ausgebaut würden. Elterliche Defizite sollen auf diese Weise so früh wie möglich ausgeglichen werden. „Auf dem gegenwärtigen demografischen Hintergrund können wir es uns eigentlich nicht erlauben, auch nur ein einziges Kind unserer künftigen Generation nicht optimal zu fördern“, so Hartmann. Denn die Armut ist vererbbar und dies kann sich Deutschland nicht leisten.


 

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NEUESTE KOMMENTARE:

 

  • Hilde | 4.04.2009 um 13:31

    Hallo,
    ich habe mich auf eurer sehr interessanten Seite länger aufgehalten und möchte nicht gehen, ohne einen lieben Gruß zu hinterlassen. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei eurem Projekt.
    Auch wir tun etwas gegen Kinderarmut und helfen bedürftigen Familien.
    Hilfe zur Selbsthilfe ist bei uns auch ein großes Thema.
    LG Hilde und das Team von Kinderhilfe-mit-Herz

     

 

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