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Kindermangel – ein altes Thema

Freitag, 25.09.2009 von Alexandra

Fast jeden Tag kann man es in den Medien lesen und hören: Die Deutschen sterben aus, wir bekommen zu wenig Kinder, immer weniger Paare entscheiden sich für Kinder, die Geburtenrate ist zu niedrig, die Gesellschaft überaltert …

Familienministerin Ursula von der Leyen versucht aktuell, mit dem Elterngeld und der Elternzeit Familien zu fördern und so Anreize zu schaffen, damit wieder mehr Kinder geboren werden. Der Erfolg ist zweifelhaft. Bereits vor einigen Monaten berichteten wir, dass die stolze Bilanz von der Leyens weniger von echten Zahlen als vielmehr vom Enthusiasmus des Ministeriums geprägt war. Die Geburtenrate scheint unaufhaltbar zu sinken.

Natürlich geht es deutschen Eltern im Vergleich zu Eltern in vielen anderen Ländern gut: Mutterschutz, Elterngeld, Elternzeit, Kindergeld, Kinderfreibetrag, ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kindergartenplatz … das ist nicht überall so.
Aber auch bei uns ist nicht alles Gold, was die Parteien vor allem jetzt im Wahlkampf auch Hochglanz polieren. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist zwar ein erklärtes Ziel der großen Parteien, so richtig funktionieren will das aber trotz aller Bemühungen nicht. Da hilft es auch nicht, dass die zwei “Vätermonate” der Elternzeit immer beliebter werden – die zwei Monate sind eigentlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Viele Väter würden zwar gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, haben aber gerade im aktuellen wirtschaftlichen Klima Angst um ihren Arbeitsplatz. In der Regel müssen aber die zwei Monate reichen, damit die Eltern den vollen Anspruch auf das Elterngeld wahrnehmen können – kaum eine Familie kann es sich leisten, auf zwei Monate der Leistung zu verzichten. Schließlich fallen ja sowieso prinzipiell zwei Monate des Elterngeldes weg, weil das Mutterschaftsgeld angerechnet wird - eigentlich eine Mogelpackung.

Natürlich kann man mit nur finanziellen Anreizen (Elterngeld, Kindergeld usw.) nicht dafür sorgen, dass quer durch alle Bevölkerungsschichten die Geburtenrate steigt. So lange Familien es sich schlichtweg nicht leisten können, dass einer der Verdiener wegfällt, so lange wird sich an der Geburtenzahl nichts ändern – vor allem nicht dann, wenn niemand sicher sein kann, dass er oder sie auch in neun Monaten noch einen Arbeitsplatz hat, wenn das Kind auf die Welt kommt.

Übrigens sind niedrige Geburtenraten keine moderne Erscheinung, egal was gerade die Politiker gerne behaupten. Schon im alten Rom sah Kaiser Augustus die Notwendigkeit, die Geburtenzahlen zu steigern. Wie Focus berichtet, griff er dabei streng durch: Wer nicht mindestens drei Kinder hatte, verlor die Hälfte seines Erbanspruchs, Kinderreiche wurden dagegen vom Staat belohnt.

Es gab sogar ein eigenes Gesetz, dass die Römer zur Ehe zwang. Verheiratete Eltern hatte auch bessere Chance auf öffentliche Ämter. Unüberraschenderweise waren die Gesetze äußerst unbeliebt und auch ziemlich erfolglos.


 

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