2007 sind in den Vereinigten Staaten so viele Babys auf die Welt gekommen wie noch nie zuvor in der Geschichte des Landes. Dies geht aus vorläufigen Zahlen der National Center for Health Statistics hervor.
Die Geburtenrate ist damit sogar noch höher als die von 1959, dem Höhepunkt des Babybooms im vergangenen Jahrhundert: 4.317.000 Geburten wurden 2007 registriert. Dabei ist vor allem auffällig, dass Frauen jeden Alters ihren Teil zum Geburtenanstieg beigetragen haben, auch Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. 1959 waren allerdings weniger Frauen beteiligt – damals bekamen sie drei oder vier Kinder, heute bekommt die Durchschnittsfrau 2,1 Kinder.
Erstaunliche 40 Prozent aller Geburten entfielen auf unverheiratete Frauen, egal ob wirklich alleinstehende Frauen oder Frauen in einer Partnerschaft. Wie in den USA üblich wurden die Zahlen nach Rasse und ethnischer Zugehörigkeit aufgeschlüsselt. Daraus ergab sich, dass 28 Prozent der Babys weißer Hautfarbe ledige Mütter haben, im Vergleich zu 51 Prozent der lateinamerikanischen und 72 Prozent der schwarzen Babys.
Ein weiterer Rekord: In 32 Prozent der Fälle wurden die Kinder per Kaiserschnitt entbunden, im Vergleich zu 21 Prozent im Jahr 1996.
Beunruhigend sind die Zahlen der Teenager-Schwangerschaften. Schon im zweiten Jahr in Folge sind wieder mehr Teenager schwanger geworden. In den 14 vorhergehenden Jahren waren die Zahlen ständig gesunken. Sarah Brown, Leiterin der National Campaign to Prevent Teen and Unplanned Pregnancy (Nationale Kampagne zur Vermeidung von Teenager- und ungeplanten Schwangerschaften), ist besorgt darüber, dass die Zahl der Schwangerschaften bei Teenagern wieder ansteigt. Sie mutmaßt, dass die Teenager mehr Sex haben als vorher, dabei aber keinerlei Wert auf Verhütung legen.
Schwangerschaften bei Teenagern sind deswegen besorgniserregend, weil sie von höheren Gesundheitsrisiken begleitet sind und Mutter und Kind oft mit Armut zu kämpfen haben. Gerade in den USA tobt immer noch eine Diskussion darüber, wie Schwangerschaften bei Teenagern am besten zu vermeiden sind. Die Diskussion beeinflusst auch den Sexualkundeunterricht in den Schulen: In manchen Schulen wird nur Abstinenz propagiert, die Schüler also nicht über Verhütung informiert. Als Folge haben die USA von allen Industrieländern nicht nur die meisten Teenager-Schwangerschaften und –geburten, sondern auch die höchste Abtreibungsrate bei Teenagern.





