Bei Notfällen an Bord eines Flugzeugs weiß die Besatzung genau, was zu tun ist, auch wenn das Team noch nie zuvor in einer vergleichbaren Lage war. Der Grund dafür sind die Standard Operating Procedures (SOP, Standardvorgehensweisen), die das Verhalten genau vorgeben.
Solche Standardvorgehensweise sollen auch für Notfälle in Kreißsälen gelten, findet Dr. Solveigh Wiesener von der Klinik für Anästhesiologie der Berliner Charité. Geburtshelfer, Hebamme, Kinderarzt und Anästhesie-Team müssen reibungslos zusammenarbeiten, wenn sich Mutter und Kind in einer lebensbedrohlichen Situation befinden, etwa wenn die Schulter des Kindes im Geburtskanal feststeckt und die Nabelschnur eventuell eingeklemmt ist, oder wenn plötzliche ein Kaiserschnitt notwendig wird.
Damit in solchen Fällen jeder sofort weiß wie er oder sie zu reagieren hat, haben die Anästhesisten der Charité SOPs in Form von Checklisten entworfen, die sie im September bei einem Kongress in Berlin vorstellen wollen.
Die Standardvorgehensweisen geben das Handeln in Notfällen Schritt für Schritt vor. “Dadurch geht im Ernstfall keine Zeit verloren und die Fehlerrate ist gering”, meint Dr. Wiesener. An der Charité werden neue Mitarbeiter deshalb mithilfe der SOPs mit den möglichen Komplikationen im Kreißsaal und den entsprechenden Verhaltensweisen vertraut gemacht. So können sie im Notfall optimal auf lebensbedrohliche Situationen während der Geburt reagieren.
Außerdem ist es nur gerecht, wenn auch Ärzte ihre Checklisten haben. Schließlich haben sich die Mütter ja auch entsprechend auf die Geburt vorbereitet, mit Sicherheits-Checklisten für die Schwangerschaft, die Termine der Vorsorge-Untersuchungen, mit Packlisten für die Kliniktasche, mit Geburtsplan und und und …





