Bisher wurde Gebärenden davon abgeraten, während der Geburt etwas zu essen. Der Grund: Falls eine Operation nötig wird, besteht bei der Narkose das Risiko des Erbrechens und damit auch des Erstickens.
Jahrzehntelang mussten sich werdende Mütter also mit den Anstrengungen der Geburt herumplagen, ohne dabei etwas essen zu dürfen. Da Kinder aber zu allen Tages- und vor allem Nachtzeiten zur Welt kommen, stehen die Chancen gut, dass die Frauen ihre Kinder sozusagen “auf nüchternen Magen” zur Welt bringen müssen. Die letzte Mahlzeit ist unter Umständen ja schon mehrere Stunden her.
Erfreulicherweise wurde in den letzten Jahren aber in vielen Krankenhäusern umgedacht: Statt den aus Film und Fernsehen bekannten Eiswürfeln, an denen die erschöpften Gebärenden zwischen den einzelnen Wehen ein bisschen nuckeln dürfen, gibt es jetzt durchaus auch mal ein belegtes Brot, ein bisschen Obst oder eine Suppe zur Stärkung.
Natürlich steht nicht allen Frauen der Sinn nach einem deftigen Essen, und im Kreißsaal zu essen ist bestimmt auch nicht jederfraus Sache, aber wenn eine Geburt sich länger hinzieht und du Hunger hast, dann solltest du auch einen Happen essen dürfen.
Vor allem wenn es keine Komplikationen bei der Geburt zu erwarten gibt, werden sich weder Hebamme noch Arzt gegen einen Imbiss sträuben. Sie wissen genau, dass eine Entbindung eine anstrengende Sache ist und buchstäblich “zehrt”.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Sachen Operationen und Narkose so große Fortschritte gemacht, dass auch für den Fall, dass ein Kaiserschnitt gemacht werden muss, das Risiko von Komplikationen viel geringer ist, sogar wenn die Mutter etwas gegessen hat. Das kommt auch daher, dass Kaiserschnitte relativ unproblematisch mit nur örtlicher Betäubung durchgeführt werden und nicht mit Vollnarkose. Auch bei einer PDA ist es kein Problem, wenn die Mutter vorher etwas gegessen hat.
Die New York Times berichtet über eine Studie der Cochrane Collaboration über der Verlauf der Geburt im Zusammenhang damit, ob die Mutter etwas gegessen hat oder nicht. Es zeigten sich, dass es keinen Unterschied für den Geburtsvorgang oder den Zustand des Kindes machte, ob die Mütter etwas gegessen bzw. getrunken hatten oder eben nicht.
Interessant allerdings: Die Frauen, die kohlensäurehaltige Getränke statt einfachem Wasser getrunken hatten, brauchten wohl etwas öfter Kaiserschnitte als andere Gebärende.
Der amerikanische Berufsverband für Frauenärzte hat im letzten Jahr neue Richtlinien veröffentlich, nach denen nur noch festes Essen vermieden werden sollte, das unter Umständen bei Not-Kaiserschnitten zu Komplikationen führen kann.
Fazit: Es kann für alle Fälle vielleicht nicht schaden, ein Paar Energieriegel oder trockene Kekse in den Klinikkoffer zu packen. Schließlich weiß man nie wann man ein bisschen Energie braucht! Zu vermeiden sind natürlich Lebensmittel, die schwer verdaulich oder kompliziert zu essen sind.
Wie war das bei euch? Durftet ihr im Kreißsaal essen und trinken? Wolltet ihr überhaupt etwas essen? Gibt es in dieser Hinsicht einen Unterschied zwischen Geburt in der Klinik und im Geburtshaus?






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Ich denke während der Geburt ist alles erlaubt was der Mama gut tut!