Vor einigen Wochen berichteten wir über eine Umfrage, nach der in Deutschland rund elf Prozent der Väter nicht bei der Geburt ihres Kindes anwesend sind. Die Gründe dafür waren nicht angegeben.
Jetzt scheint es aber tatsächlich so zu sein, dass es egal ist ob der Vater bei der Geburt anwesend ist oder nicht. Dr. Achim Wöckel von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat verschiedene Studien ausgewertet, die den Einfluss des Partners auf die Geburt untersuchten: Es gab keinerlei positive Auswirkungen auf die Dauer der Geburt, auf den Schmerzmittelverbrauch bei den Wehen und die Notwendigkeit ärztlichen Eingreifens.
Ist der Vater bei der Geburt also wirklich unnötig? Vielleicht sogar störend? Das wohl nicht, denn die gleichen Studien haben ergeben: Die Anwesenheit des Vaters sorgte auch nicht für mehr Komplikationen.
Zwar ist belegt, dass bei Geburten, bei denen die Gebärende einen Begleiter hat, seltener Kaiserschnitte oder Saugglockenhilfe nötig sind, die Geburt schneller abläuft und die Frau mit dem Geburtserlebnis zufriedener ist. Bei den entsprechenden Untersuchungen wurde jedoch nicht unterschieden ob nun der Partner bei der Geburt anwesend war oder eine andere Vertrauensperson, also etwa Schwestern, Mütter oder Freundinnen.
Natürlich ist es aber schwer in wissenschaftlich fassbaren Größen auszudrücken, wie zufrieden eine Frau mit der Entbindung ist. Das gibt auch Wöckel zu: “Der Beistand des Mannes kann unter bestimmten Umständen die Zufriedenheit des Paares und eine rückblickend positive Beurteilung des Geburtserlebnisses fördern”.
Diese bestimmten Umstände liegen für Wöckel dann vor, wenn der Mann vor der Geburt sozusagen auf seine Rolle vorbereitet wurde, und zwar am besten in Geburtsvorbereitungskursen speziell für Männer. Zwar müsse der Mann nicht aktiv zur Geburt beitragen, aber ein unsicherer oder ängstlicher Partner sei der Frau keine Hilfe. Deswegen sollten Männer auch das Recht haben, die Anwesenheit im Kreißsaal zu “verweigern” – ebenso wie Frauen das Recht haben, sich lieber von jemand anderem bei der Geburt begleiten zu lassen.
Das Ganze erinnert ein bisschen an die Elternzeitdiskussion: “Wenn der Vater in Elternzeit geht, nutzt das im Ganzen auch dem Unternehmen, weil er neue Kompetenzen entwickelt!” – geht es denn immer nur um den wie auch immer quantifizierbaren “Nutzen”? Sollte ein Vater nicht ebenso selbstverständlich bei der Geburt seiner Kinder dabei sein, wie er sich um sie kümmern sollte? Einfach weil es seine sind?






Ganz klar. Ich plädiere auch dafür das der Vater bei der Geburt dabei sein soll. Die meisten machen es schon und ich denke vernünftige Vorbereitung mit guter Aufklärung ist für beide Partner wichtig. Ich befasse mich in meinem Blog intensiv mit diesem Thema.
Hallo, ich wäre gerne bei der Geburt dabei gewesen, aber meine Frau war leider an einer Schwangerschaftsvergiftung erkrankt, so dass sozusagen eine Not-OP durchgeführt werden musste und zwar sofort. Also, haben weder meine Frau (Nakose) noch ich die Geburt erleben dürfen, wir sind darüber sehr traurig. Hierzu kann ich auch ein ganz tolles und vor allem neues Buch empfehlen. Es trägt den Titel “Achterbahn zum ersten Milchzahn- Vater werden-”, es hat uns sehr weitergeholfen. Grüße, Ingo