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Hausgeburt so sicher wie Klinikentbindung

Dienstag, 01.09.2009 von Alexandra

Seit Jahren beharren Hebammen auf dem Standpunkt, dass eine Hausgeburt bei einer normal und risikolos verlaufenden Schwangerschaft möglich ist, dass dabei kein größeres Risiko besteht für Mutter und Kind als bei einer Geburt in einem Krankenhaus. Viele Menschen bezweifeln das zwar noch, aber langsam wird die Hausgeburt als Alternative zur Entbindung in der Klinik wieder attraktiver.

Jahrzehntelang gab es für Schwangere kaum Alternativen zum Krankenhaus, wenn es um den Ort der Geburt ging. Das passte zur allgemeinen Auffassung von Schwangerschaft und Geburt als medizinischem Krisengebiet, sogar in den Fällen, in denen es keinen Anlass zur Sorge gab.

Jetzt berichtet aber sogar der Focus auf seiner Website über eine kanadische Studie, die die Sicherheit von Hausgeburten belegt. Das Studienteam unter der Leitung von Patricia Janssen von der Universität von British Columbia verglich 3000 Hausgeburten mit 5000 Klinikgeburten unter der Leitung einer Hebamme und 5000 Klinikgeburten unter Leitung eines Arztes. Das Ergebnis: Wenn keine gravierenden Komplikationen auftreten, ist eine Hausgeburt mit Begleitung einer erfahrenen Hebamme genauso sicher wie eine Entbindung in der Klinik. Auch die Sterblichkeitsrate war bei Entbindungen zu Hause und in der Klinik gleich hoch.

Dazu stellte sich heraus, dass es bei den Frauen, die sich für die Hausgeburt entschieden hatten, wesentlich seltener zu Komplikationen kam. Das ist allerdings auch logisch, denn keine Hebamme wird einer Frau zu einer Hausgeburt raten, wenn es nur ansatzweise einen Grund gibt, Komplikationen zu erwarten.

Besonders interessant ist es allerdings, dass Janssen und ihre Kollegen nicht erklären konnten, welche Faktoren genau die Hausgeburt so sicher machen. Die Wissenschaftlerin hält es aber für möglich, dass die bewusste Entscheidung stark zum Gelingen der Hausgeburt beiträgt.

Dazu kommt unserer Meinung nach auch noch die vertraute Umgebung und die gute Beziehung zur Hebamme – die logischerweise besteht, da die Schwangere sich sonst nicht für eine Hausgeburt mit deren Unterstützung entschieden hätte. Außerdem ist es möglicherweise eine Art selbsterfüllende Prophezeiung: Wenn ich der Meinung bin, dass eine Geburt keine Krankheit und kein Unfall ist, sondern ein zwar zweifellos schmerzhaften und anstrengender Vorgang, den ich bewältigen kann, dann sehe ich der Geburt offener entgegen. Auf jeden Fall ist es schön, dass Frauen heute mit ruhigem Gewissen aussuchen können, wo sie ihr Kind auf die Welt bringen.

Dass die Hausgeburt allerdings immer noch ein umstrittenes Thema ist, sieht man auf vielen Blogs, auf denen die Autorinnen von ihrer Wahl erzählen und sich damit oft der Kritik sogar ihrer eigenen Freunde und Familie aussetzen, obwohl die Hausgeburt “beschlossene Sache” ist. Die neue Studie sollte diesen Frauen endlich ein unschlagbares Argument liefern.


 

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NEUESTE KOMMENTARE:

 

  • Konrad Bauckmeier | 10.03.2010 um 15:11

    Zwischen den Alternativen Hausgeburt und Klinik gibt es noch das Geburtshaus. Wir haben da (allerdings erst beim zweiten Kind) sehr gute Erfahrungen gemacht.

     

 

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