In den Vereinigten Staaten steigen die Kaiserschnittzahlen immer mehr. 2007 sind laut einer Untersuchung des Centers for Disease Control and Prevention 32 Prozent aller Babys per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Zehn Jahre früher waren es nur halb so viele.
Es gibt gleich mehrere Gründe für diesen starken Anstieg. Neben dem umstrittenen Trend zum Wunschkaiserschnitt, den es geben mag oder nicht, gibt es sogar handfeste medizinische Gründe. Die Zahl der Schwangeren im Alter von über 40 Jahren steigt an. Bei diesen Frauen lag die Kaiserschnittrate bei 48 Prozent. Durch die immer stärkere Verbreitung der künstlichen Befruchtung und anderer Methoden der Fruchtbarkeitsbehandlung kommt es immer öfter zu Mehrlingsschwangerschaften, die ebenfalls häufig einen Kaiserschnitt nötig machen.
Mit einer der wichtigsten Gründe dürfte aber auch sein, dass die amerikanischen Frauenärzte sich in vielen Fällen weigern, eine Frau vaginal gebären zu lassen, wenn sie früher schon einen Kaiserschnitt hatte. Diese Einstellung wird inzwischen zwar generell als veraltet betrachtet, denn in vielen Fällen können Frauen nach einem Kaiserschnitt trotzdem noch vaginal gebären. Um sich rechtlich abzusichern, befürworten die Ärzte in den prozessfreudigen USA trotzdem den Kaiserschnitt.
Das American College of Obstetricians and Gynecologists hat im vergangenen Jahr eine Umfrage zu diesem Thema veröffentlicht. Darin gaben 63 Prozent der befragten Ärzte an, dass die Angst vor Schadensersatzklagen ihr Handeln beeinflusse. 29 Prozent empfehlen deswegen trotz aller möglichen Risiken lieber öfter als notwendig einen Kaiserschnitt, 26 Prozent lassen eine Frau prinzipiell niemals vaginal entbinden, wenn sie früher schon einen Kaiserschnitt hatte.






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Ich habe im ersten Moment an die Profitgier der Ärzte und Krankenhäuser gedacht. Kann das nicht auch ein Grund sein?