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Sterben bei Wunschkaiserschnitten mehr Babys?

Freitag, 24.07.2009 von Alexandra

Inzwischen kennen wir es ja: Kaum ist eine Woche vergangen, schon wird wieder eine Studie präsentiert, die jeden davon überzeugen will, wie gefährlich oder harmlos Wunschkaiserschnitte sind. Diese Woche ist es eine Schweizer Studie, die vom Wunschkaiserschnitt abrät.

Nach Forschern der Universität Genf ist bei einem geplanten Kaiserschnitt das Sterberisiko für das Kind doppelt so hoch wie bei einer vaginalen Geburt: Bei natürlichen Geburten sterbe eines von 1000 Neugeborenen, bei geplanten Kaiserschnitten zwei von 1000.

Das Team des Genfer Universitätskrankenhauses hat für die Studie über 56.000 Geburten von 1982 bis 2004 verglichen. Dabei wurden nur Schwangerschaften berücksichtigt, die mindestens 34 Wochen gedauert hatten. Die Forscher konnten dabei auch beobachten, dass sich der Anteil der Kaiserschnittgeburten in diesen Jahren von 10 auf 20 Prozent verdoppelt hat.

Bei der Sichtung der Daten stellte sich heraus, dass die Sterberate bei Kaiserschnittgeburten – geplante und Notkaiserschnitte zusammen – bei 5,7 Promille liegt, also rechnerisch 5,7 Kinder von 1000 bei der Geburt gestorben sind. Nachdem die medizinisch notwendigen Kaiserschnitte herausgerechnet wurden, ergab sich die Sterberate bei Wunschkaiserschnitten: 2,1 Promille, gegenüber 1 Promille bei vaginalen Geburten.

Da die Mediziner auch feststellten, dass die per Kaiserschnitt geholten Kinder öfter wegen Atembeschwerden auf die Intensivstation verlegt werden mussten, gehen sie davon aus dass vor allem die Lunge darunter leidet, wenn das Kind vor dem natürlichen Geburtstermin per Kaiserschnitt zur Welt kommt.

In diesem Zusammenhang kritisierten die Schweizer Ärzte vor allem den Begriff “near term” (nahe am Termin), der für die 34. bis 37. Schwangerschaftswoche verwendet wird. Den Schwangeren werde so suggeriert, dass eine Geburt bzw. ein Kaiserschnitt zu dieser Zeit einer Geburt zum Ende der voll ausgetragenen Schwangerschaft nahe käme. Das führe dazu, dass Wunschkaiserschnitte akzeptiert würden.

Wir meinen: Über den letzten Absatz kann man streiten, es wird wohl kaum eine Schwangere geben, die sich vormachen lässt die SSW 34 wäre ganz nahe am Geburtstermin – und viele Ärzte werden das auch nicht tun.

Die Zahlen allerdings sprechen für sich: Bisher war noch keine Studie so groß angelegt und berücksichtigte so viele Geburten. An der Statistik ist also kaum zu rütteln. Vielleicht würde sich das “Problem Wunschkaiserschnitt” aber von selbst lösen, wenn nicht viele Frauen Angst vor den Schmerzen während der Geburt hätten – zudem ihnen oft eingebläut wird, dass eine echte Frau und richtige Mutter die Wehen mit links und ohne Schmerzmittel durchstehen muss.


 

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