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Wertvolles Nabelschnurblut

Donnerstag, 15.04.2010 von Alexandra

Nabelschnurblut ist reich an Stammzellen, die sich noch in besonders viele verschiedene andere Zellen entwickeln können. Der Münchner Privatdozent Volker Jacobs bedauert daher, dass in Deutschland die Nabelschnur trotzdem immer noch bei 97 Prozent aller Geburten weggeworfen werde.

Beim Fortbildungskongress der Frauenärztlichen Bundesakademie in Düsseldorf meinte Jacobs, das Therapiepotenzial von Stammzellen aus Nabelschnurblut werde immer noch unterschätzt. Dabei seien in mehreren Studien mit Nabelschnur-Stammzellen bessere Ergebnisse erzielt worden als mit Stammzellen aus dem Knochenmark.

Professor Arne Jensen aus Bochum berichtete von einem besonders plakativen Fall: Ein Junge hatte nach einem Herzstillstand einen Hirnschaden erlitten. Er fiel in eine Art Wachkoma, war spastisch gelähmt, litt an einer Sehstörung und “jammerte ununterbrochen”. Der Junge konnte nicht sitzen und konnte auch seinen Kopf nicht selbst oben halten.

Jensen transplantierte mit seinem Team dem Jungen Zellen aus dem Nabelschnurblut, das seine Eltern nach der Geburt hatten einlagern lassen. Ein Jahr nach der Behandlung ist die spastische Lähmung fast völlig verschwunden, der Junge lernt gerade laufen, kann wieder sitzen und sich bewegen, kann schon erste Worte sprechen und entwickelt sich auch sonst gut.

Nicht nur aus diesem Grund plädiert Jensen dafür, schwangere Frauen über die Möglichkeit des Einlagerns von Nabelschnurblut zu informieren. Die Veranstaltung, auf der er sprach, wurde laut Ärztezeitung von einem Unternehmen ausgerichtet, bei dem Eltern das Nabelschnurblut ihrer Kinder einlagern können.

Übrigens gibt es auch die Möglichkeit, das Nabelschnurblut bei einer öffentlichen Blutbank zu lagern – kostenlos. Dann stehen die Stammzellen, ähnlich wie gespendetes Blut oder Organe, allen zur Verfügung, die sie dringend brauchen.

Eltern, die das Nabelschnur nicht spenden wollen, aber auch keine teure Einlagerung wünschen, haben auch noch eine dritte Möglichkeit: Einfach die Nabelschnur erst dann durchtrennen, wenn sie nicht mehr pulsiert. Das Baby bekommt auf diese Weise nämlich einen “Extraportion” Eisen mit. Dieser höhere Eisengehalt ist sogar noch sechs Monate nach der Geburt nachweisbar, also genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Eisenversorgung gestillter Kinder knifflig wird und an dem deswegen zur Beikost geraten wird.


 

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  • Wertvolles Nabelschnurblut | 15.04.2010 um 10:34

    [...] post by Alexandra Wir danken den Original-Autoren für die Bereitstellung ihrer RSS-Feeds. Sollten Sie die [...]

     

 

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