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Arme Eltern – schwierige Babys

Mittwoch, 09.12.2009 von Alexandra

Das Medizinische Zentrum der Erasmus-Universität in Rotterdam (Niederlande) hat eine Studie veröffentlicht, in der nachgewiesen wird, dass die Babys einkommensschwacher Eltern länger und lauter weinen als andere Babys.

Das Team um die Forscherin Pauline Jansen hat die Daten von über 5000 Babys und deren Eltern untersucht. Dabei wurde das Verhalten der Babys mit der Situation der Eltern verglichen. Es zeigt sich, dass die Babys armer und gering gebildeter Eltern “unbequemer” sind als die Babys reicherer Eltern.

Die Kinder haben demnach schon im Alter von sechs Monaten mehr Stress als andere, worunter auch ihr Temperament zu leiden scheint. Laut Pauline Jansen weinen sie beim Waschen, Anziehen und Windelwechseln länger und lauter. Sie schlafen schlechter ein und durch, reagieren stärker auf Veränderungen und lassen sich schneller ablenken.

Die Gründe für das Verhalten sind laut einem Bericht in der Ärztezeitung vielfältig. Es sei aber auffällig, dass die Eltern der Kinder in armen Verhältnissen oft selbst gestresst seien. In dieser Gruppe haben die Forscher öfter psychische Probleme bei den Müttern und Streitigkeiten zwischen den Eltern festgestellt. Auch der Anteil der Alleinerziehenden war bedeutend höher als bei den reichen Eltern.

Die niederländischen Wissenschaftler empfehlen, den Zusammenhang zwischen unbequemem Verhalten bei Babys und späteren Verhaltensstörungen weiter zu erforschen. Sie wollen Hinweise festgestellt haben, dass die Babys später unter Probleme wie Aufmerksamkeitsdefiziten, Hyperaktivität oder Angststörungen leiden und sich deshalb nur schwer in Schule und Gesellschaft eingliedern.

Dieser Zusammenhang ist für Forscher bestimmt interessant. Mir erscheint es aber wichtiger, dass die Kinder von armen Eltern wohl schon von Anfang an benachteiligt sind – und zwar nicht, weil die Eltern sich keine komplette neue Babyausstattung leisten können und das arme Kind in einem Second-Hand-Bett schlafen muss. Vielmehr wirkt offensichtlich der Stress, den die Eltern wegen ihrer wirtschaftlichen Lage haben, direkt auf die Kinder ein und beeinträchtigt ihr Leben auf Dauer.

Die Förderung von armen Familien ist also wirklich wichtig und sollte mehr Vorrang genießen.


 

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