Seit Jahren empfehlen Ärzte jungen Eltern, ihr Kind in der Rückenlage schlafen zu lassen. Diese Empfehlung gehört zu einem ganzen Katalog von Anweisungen, die den plötzlichen Kindstod verhindern helfen sollen und das auch tun.
Seitdem sich Eltern an die Ratschläge zur Risikosenkung halten, ist die Zahl der Fälle des plötzlichen Kindstodes glücklicherweise stark zurückgegangen. Wie das Gesundheitsportal NetDoktor.de berichtet, bringt die Rückenlage aber auch neue Gefahren für die Gesundheit des Kindes mit sich. So kann es beispielsweise dazu kommen, dass sich die noch weichen Schädelknochen des Babys durch das Liegen überwiegend auf dem Rücken verformen. Diese Verformung, der “Schiefschädel” (Plagiocephalus), taucht nach Angaben eines US-amerikanischen Forscherteams in den letzten Jahren immer öfter auf.
Die Wissenschaftler des Wake Forest University Medical Center in North Carolina begleiteten 1259 Kinder mit einem solchen Schiefschädel über einen Zeitraum von zwei Jahren. Sie stellten fest, dass von den Kindern mit nur leicht abgeflachtem Hinterkopf 49 Prozent im ersten Lebensjahr mindestens eine Mittelohrentzündung (Otitis media) hatten. Das sind etwa genau so viele wie bei den Kindern mit normaler Kopfform. Bei Kindern mit stark ausgeprägtem Plagiocephalus hatten immerhin 54 Prozent eine oder mehrere Mittelohrentzündungen.
Aus diesen Zahl schließen die Forscher, dass die Verformung des Schädels das Risiko für Mittelohrentzündungen erhöht. Gerade kleine Kinder leiden oft an dieser schmerzhaften Entzündung des Mittelohrs. Bei ihnen ist die Eustachische Röhre noch sehr kurz, die Ohrtrompete, die das Mittelohr und den Mund-Nasen-Raum miteinander verbindet. Weil sie so kurz ist, können Bakterien schnell in das Mittelohr vordringen und dort Entzündungen auslösen. Mittelohrentzündungen gehören, wie viele Eltern aus eigener Erfahrung wissen, zu den häufigsten Krankheiten bei Kindern.
Die Schädelverformung durch das Schlafen in Rückenlage, so die Meinung der Mediziner, kann zu einer Deformierung der Ohrtrompete führen. Eventuell wird so der Abtransport von Flüssigkeiten aus dem Mittelohr behindert, was zu einer Mittelohrentzündung führen kann.
Eltern und Ärzte sollen laut der Studie also besonders auf Anzeichen für eine Mittelohrentzündung achten, damit sie möglichst schnell behandelt werden kann und es nicht zu Komplikationen kommt. Gerade bei kleinen Kindern lässt sich das ja problemlos auch in die Früherkennungsuntersuchungen mit aufnehmen, bei denen die Gesundheit ohnehin rundum kontrolliert werden.
Natürlich ist es nicht erstrebenswert, wenn ein Kind einen verformten Schädel hat, vor allem wenn das zu für das Kind so unangenehmen Mittelohrentzündungen führen kann. Allerdings sind wir uns doch alle einig, dass auch drei oder vier Mittelohrentzündungen pro Jahr immer noch besser sind als der plötzliche Kindstod, oder?






Du hast recht! Es gibt eigentlich keine weniger schlechte Variante, wenn es um die Kindergesundheit geht, aber wenn man das nicht vermeiden kann, muss man die beste Variante wählen.