Kinder schlafen oft wie die sprichwörtlichen Babys. Gerade in den Ferien, wenn sie den ganzen Tag aufregende Dinge erlebt haben und herumgetollt sind oder Sport getrieben haben, schlafen Kinder praktische sofort ein, sobald ihr Kopf das Kissen berührt.
Nun haben sich Wissenschaftler tatsächlich die Mühe gemacht, diese alte Binsenweisheit über den Zusammenhang von Bewegung und Schlaf zu erforschen. Ihr Ergebnis: Viel Bewegung tagsüber hilft Kindern dabei, abends schnell einzuschlafen. Das war vielleicht nicht besonders überraschend, aber immerhin haben die Forscher noch mehr herausgefunden: Die kleinen Bewegungsmuffel schlafen nicht nur langsamer ein als ihre aktiven Altersgenossen, sie schlafen auch weniger lang.
Die Experten der Monash University in Melbourne und der University of Auckland untersuchten über 500 Kinder. Dabei konnten die Mediziner sogar einen genauen Zusammenhang zwischen Dauer der Bewegung und Dauer des Einschlafens feststellen: Für jede stille Stunde brauchten die Kinder drei Minuten länger zum Einschlafen. Dabei machte es auch keinen Unterschied, ob die Kinder vor dem Fernseher oder Computer saßen oder ein Buch lasen. Weniger Bewegung bedeutete immer langsameres Einschlafen.
Das Verhalten der Kinder wurde von einem Bewegungsmesser aufgezeichnet, den die Kinder am Körper trugen. Er misst die Aktivität und kann zeigen, wann und wie lange ein Kind aktiv ist, wann es sich nicht bewegt und wann es schläft. Im Durchschnitt waren die Kinder nach 26 Minuten eingeschlafen, und nur sehr wenige brauchten länger als 45 Minuten.
Kinderexperten sind sich schon lange einig darüber wie wichtig der Schlaf für Kinder ist. Kurze Schlafdauer wird mit Übergewicht und schlechteren geistigen Leistungen in Zusammenhang gebracht. Viel Bewegung wiederum ist gut für die Gesundheit von Herz und Kreislauf und das allgemeine körperliche Wohlbefinden.
Fachleute raten dazu, die Kinder zwar zu möglichst viel Bewegung zu ermutigen, aber eine ruhige Stunde vor dem Schlafengehen einzuhalten, in der die Kinder sich auf die Nacht vorbereiten können. Direkt vor dem Schlafengehen hindert zu viel Aufregung am Einschlafen, wie viele Eltern bezeugen können. Rituale wie Baden vor dem Zu-Bett-Gehen oder eine Gute-Nacht-Geschichte, die die Eltern, Großeltern oder der Babysitter vorliest, sind nicht nur für Babys hilfreich und tröstlich.





