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Falsche Autismus-Studie zurückgezogen

Mittwoch, 03.02.2010 von Alexandra

Die anerkannt britische Medizinerzeitschrift “The Lancet” hat jetzt eine Studie zurückgezogen, die es 1998 veröffentlich hat. In dieser Studie stellte ein Autorenteam eine ursächliche Verbindung zwischen der Dreifachimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) und Autismus her.

Nach Veröffentlichung dieser Studie entschieden sich viele Eltern gegen die MMR-Impfung, was zu einem verstärkten Auftreten der Masern führte. Zudem war die Studie ein dankbar angenommenes zusätzliches Argument für Impfgegner, die generell gegen Impfungen sind.
http://www.babys.de/gesundheit/impfungen/impfkritik.htm

Die Studie stieß schon direkt nach der Veröffentlichung auf Kritik bei Medizinern, hauptsächlich auch wegen methodischer Fehler. 2004 zogen 10 der 13 Autoren der Studie ihren Namen davon zurück, nachdem es sich herausgestellt hatte, dass der Hauptautor Andrew Wakefield für diese Studie Geld von Anwälten erhalten hatte, die die Impfstoffhersteller verklagen wollten.

Wakefield propagierte, die MMR einzustellen und wieder einzeln gegen die Masern, gegen Mumps und die Röteln zu impfen – später kam heraus, dass er selbst einen – wohl auf wissenschaftlich nicht einwandfreie Weise hergestellten – Einzelimpfstoff gegen Masern hatte patentieren lassen.

Wakefields Studie beruhte vor allem auf der Vermutung, dass der MMR-Impfstoff  im Verdauungstrakt der Kinder eine chronische Masern-Infektion auslöst, die dann zu Autismus führt. Um seine These zu untermauern, führte er eigene Forschungen durch, bei denen er sich aber nicht an die Forschungsvorschriften hielt, die Studien überhaupt erst verwert- und vergleichbar machen. So untersuchte er nur 12 Kinder, und hatte für manche der “unnötigen und invasiven” Untersuchungen (wie etwa Darmspiegelungen) gar keine Erlaubnis vom zuständigen Ethikrat bekommen.

Zudem hat er nicht veröffentlicht, dass die untersuchten Kinder keinerlei Spuren des Masern-Virus zeigten – dies hätte seiner Theorie widersprochen.

Verschiedene andere Studien renommierte Einrichtungen und fanden auch in jahrelanger Arbeit keinerlei Bestätigung für die Verbindung der MMR-Impfung und Autismus.

Letzte  Woche hat der General Medical Council (der für die Zulassung von Ärzten in Großbritannien zuständige Rat) Wakefield unethische Forschungsmethoden und eine unehrliche Darstellung seiner Forschungsergebnisse vorgeworfen. Die Zeitschrift “The Lancet” hat die Studie deswegen gestern völlig zurückgezogen.

Der Schaden ist natürlich schon angerichtet und wird sich kaum mehr rückgänig machen lassen - immer noch glauben viele Eltern an eine “Verschwörung” der Pharma-Industrie, die vertuschen will, dass die MMR-Impfung Autismus auslöst.


 

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