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Gefährliche Nanopartikel?

Mittwoch, 29.07.2009 von Alexandra

Noch vor wenigen Jahren wurden die Nanopartikel als Antwort auf so ziemliche jedes Problem des Alltags gerühmt, vom Einsatz in der Medizin bis hin zum Haushaltsreiniger. Inzwischen sind die fast unvorstellbar kleinen Teilchen – ein Nanopartikel ist kleiner als ein millionstel Millimeter – auch in Alltagsprodukten zu finden, etwa in Sonnencreme.

Nun werden aber Stimmen laut, die die Nanopartikel für schädlich halten und sogar den Vergleich mit Asbest ziehen. Auch das ist anfangs als eine Art Wundermaterial gelobt worden, inzwischen steht fest dass Asbest schwerste Lungenkrankheiten auslöst.

Ähnlich könnte es jetzt mit den Nanopartikeln gehen. Japanische Forscher haben in einer Studie festgestellt, dass Titandioxid-Nanopartikel bei Mäusen zu neurologischen Problemen führten. Grund: Die Partikel stören die richtige Umsetzung von Erbinformationen. Sind diese Erkenntnisse auch auf die Schwangerschaft beim Menschen übertragbar?

Für die Studie injizierten die Forscher trächtigen Mäusen Nanopartikel. Die Untersuchung der Föten während der Schwangerschaft und später nach der Geburt auch der Jungtiere ließ erkennen, dass bestimmte Gene nicht richtig umgesetzt wurden und die Entwicklung des Gehirns gelitten hatte. Studienleiter Ken Takeda erklärte, dass die geschädigten Gene bestimmte Muster aufwiesen, die für Krankheiten wie etwa Autismus, Epilepsie, Schizophrenie und Alzheimer typisch sind.

Takeda räumte allerdings auch ein, dass den trächtigen Mäusen vergleichsweise hohe Dosen Titandioxid injiziert wurden, so dass die Studie nicht eins zu eins auf schwangere Frauen und ihre Föten übertragbar sei. Sie liefere aber “einen ersten Anhaltspunkt” für die schädigende Wirkung der Nanopartikel auf die Entwicklung des fötalen Gehirns.

Titandioxid ist übrigens bei weitem nicht so exotisch wie es klingt. Es kommt beispielsweise bei der Herstellung von selbstreinigenden Oberflächen zum Einsatz – und in Sonnenschutzmitteln. Müssen sich Schwangere nun also entscheiden zwischen Sonnenschutz und gesundem Baby? Wohl nicht: Wie die Online-Ausgabe der Welt berichtet, geht gerade von Nanopartikeln in Sonnencreme keine Gefahr aus.

Eine Kommission der Bundesregierung hat zudem erst 2008 befunden, dass für endgültige Angaben über eine eventuelle Schädlichkeit von Nanopartikeln einfach noch nicht genügend Daten vorliegen.


 

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