Eine besonders heimtückische und unheilbare Krebsart hat sich als Opfer Kinder ausgesucht. Mit den gängigen Mitteln ist der Krebs nicht zu heilen, aber in Zukunft könnte eine genetische Therapie de Krankheit vielleicht ganz verhindern.
Eltern sind besorgt um die Gesundheit ihrer Kinder, und zwar von dem Tag an, an dem der Schwangerschaftstest positiv ist. Mütter geben das Rauchen auf, um ihrem ungeborenen Kind nicht zu schaden, Väter begleiten ihre Kinder zu den Impfterminen, und beide bereiten sich seelisch und logistisch darauf vor, sich in den nächsten 20 Jahren um Fieber und Kopfplatzwunden bei ihrem Kind zu kümmern.
Bei manchen Kindern ist öfter mal ein Pflaster nötig, oder es hat Fieber, Brandwunden, Allergien … Aber in den allermeisten Fällen verläuft eine Kindheit ohne größere Gefahren. Pro Jahr stehen allerdings rund 50 Eltern und ihre Kinder noch im ersten Lebensjahr vor einer niederschmetternden Diagnose: Krebs.
Die bösartigen Rhabdoid-Tumore wachsen bei den erkrankten Kindern praktisch überall im Körper. Die Tumore wachsen besonders schnell und bilden genauso schnell überall Metastasen. Mit derzeitigen Therapien ist der Krebs nicht heilbar. Bei anderen Krebsarten sind die Heilungs- und Überlebenschancen sehr viel besser.
Die Krankheit ist in Deutschland überhaupt erst seit 15 Jahren bekannt. Zwar sind diese Rhabdoid-Tumore selten, aber das ist für die Betroffenen kein echter Trost. Zum Glück hat die Forschung diese rare Krebsart nicht ignoriert, und nun gibt es vielleicht auch einen ersten Schritt in Richtung einer möglichen Therapie.
Ein deutsches Forscherteam hat nach jahrelanger Arbeit nämlich entdeckt, dass die Rhabdoid-Tumore von einem bestimmten Gen verursacht werden, bzw. von einer Fehlfunktion dieses Gens. Ist das Gen defekt, kommt es zum unaufhaltsamen Wachstum der Tumore. Wenn also eine Möglichkeit gefunden wird, dieses geschädigte Gen zu reparieren, könnten auch die Rhabdoid-Tumore verhindert werden.
Das Gen soll auch an der Entstehung anderer Krebsarten beteiligt sein, etwa an Bauchspeicheldrüse und Prostata. Die Entdeckung der Wissenschaftler aus Münster, Hamburg, Kiel und Leipzig ist also für die ganze Krebsforschung interessant und wichtig.
Die Wissenschaftler meinen selbst zu ihrem Forschungsergebnis: „Die sehr schlechte Prognose von Rhabdoid-Tumoren und die Schicksale der uns anvertrauten kleinen Patienten sind die höchste Motivation für unsere Arbeit, wir freuen uns daher sehr über diesen Meilenstein“.






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