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Halsbrecherische Lauflernhilfen

Donnerstag, 02.04.2009 von Alexandra

Viele Eltern spendieren ihrem Baby eine Lauflernhilfe oder einen Lauflernwagen. Sie wollen dem Kind dadurch mehr Bewegungsfreiheit bieten. Doch Gehfrei und Babywalker sind alles andere als harmlos: Jedes Jahr verletzen sich rund 6000 Kinder bei Unfällen mit den vermeintlichen Hilfen, manche Kinder sogar tödlich.

Im Baby- und Kleinkindalter passieren die meisten Unfälle im Zusammenhang mit Wickeltisch, Kinderhochstuhl und Autositz – und mit Lauflernhilfen. Die Geräte sind an 82 Prozent aller Verletzungen beteiligt! Davon sind vor allem Kinder im Alter von sechs bis zwölf Monaten betroffen.

Die Lauflernhilfen sind deswegen so gefährlich, weil die Babys mit ihnen Geschwindigkeiten von bis zu zehn Stundenkilometern erreichen können, ohne aber die Kontrolle über ihr “Gefährt” zu haben. Die Babys sitzen in den Lauflernwagen und können sich strampelnd in ihnen fortbewegen. Sie haben aber weder bewussten Einfluss darauf, wohin sie sich mit dem Lauflernwagen bewegen, noch können sie Gefahren erkennen.

Immer wieder stürzen Babys deshalb Treppen hinunter oder kippen um, wenn sie Türschwellen oder Teppichkanten überwinden möchten und ziehen sich dabei Verletzungen von Schürfwunden bis hin zu Schädelbrüchen zu. Dazu kommen häufig auch noch Verbrühungen, wenn die Babys durch die vergrößerte Reichweite in ihrem Babywalker Tassen oder Teller mit heißen Flüssigkeiten vom Tisch reißen können. Schon seit Jahren warnen deswegen Experten und auch besorgte Eltern vor den gefährlichen Lauflernhilfen.

Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) nennt die Lauflernwagen deshalb “eine der schädlichsten Erfindungen für Kinder”. Daran habe auch die europäische Sicherheitsnorm (DIN EN 1273) vom August 2005 nichts geändert. Zwar sind seither Bremsen, Feststellvorrichtungen und Warnhinweise vorgesehen, aber trotzdem passieren jedes Jahr immer noch zahlreiche Unfälle.

Angesichts dieser Tatsachen fordert Hartmann: ” Die EU sollte diese Geräte endlich konsequent verbieten anstatt nur neue Sicherheitsnormen für sie festzulegen”. In Kanada dürfen die Lauflernhilfen schon seit 2004 nicht mehr verkauft werden.

Dr.Hartmann weist auch besonders darauf hin, dass die Lauflernhilfen der Entwicklung der Babys nicht förderlich sind: “Kinder lernen laufen, wenn dies ihrer individuellen Entwicklung entspricht. Lauflernhilfen sind also völlig überflüssig”.

Andere Mediziner sind sogar der Meinung, dass die unnatürliche Haltung in den Geräten dem Kind nicht nur körperlich schadet, sondern die normale Entwicklung sogar hemmt.


 

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