Immer weniger Eltern wissen über Hausmittel Bescheid: Wadenwickel sind out, Medikamente sind in. Das lässt eine repräsentative Umfrage erkennen, die im Auftrag der ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, durchgeführt wurde.
Nur 16 Prozent der befragten Eltern legen ihrem Kind bei einer Erkältung einen fiebersenkenden Wadenwickel an, aber 25 Prozent greifen sofort zu einem Medikament. Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass die Eltern umso seltener Hausmittel anwenden, je jünger sie sind.
Dabei raten sogar Apotheker dazu, bei unkomplizierten Erkrankungen zuerst zu Hausmitteln zu greifen, die die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken sollen. Gute Hilfe leisten dabei Tees aus Heilpflanzen, Bäder oder Wickel. Gerade bei Krankheiten die bei Kindern oft auftreten, also Erkältungen und Schnupfen, können Hausmittel schnell und schonend Linderung bringen.
Friedemann Schmidt, Vizepräsident der ABDA, empfiehlt bei Erkältungen beispielsweise die altbewährte Hühnersuppe, bei Schnupfen eine Nasendusche mit Kochsalzlösung. Bei einem Sonnenbrand etwa kühlt ein Quarkumschlag und fördert die Heilung. Die meisten Zutaten für die Hausmittel sollten in der Küche und in der Hausapotheke eigentlich immer vorhanden sein.
Allerdings sind nicht alle Hausmittel uneingeschränkt für Kinder und Babys zu empfehlen: Ätherische Öle reizen die kindlichen Atemwege so sehr, dass Babys sogar ersticken können. Vor allem auch Teebaumöl, normalerweise als Heilmittel für Hautprobleme aller Art gepriesen, kann Hautreizungen und Allergien auslösen. Auch Honig, bei Erwachsenen eine Wunderwaffe gegenHusten und Halsschmerzen, ist für Babys ungeeignet. Er enthält Bakterien, mit denen der kleine Organismus noch nicht fertig wird.
Beunruhigender als das langsame Vergessen der Hausmittel ist allerdings, dass laut einer früheren Studie der ABDA über 40 Prozent der Eltern ihren Kindern Medikamente geben, ohne vorher einen Arzt befragt zu haben!





