Jedes Jahr verunglücken über eine halbe Million Kinder in ihrem Zuhause oder in der Freizeit, knapp 300 davon sogar tödlich. Den größten Anteil an den Verletzungen haben Stürze, Verbrühungen und Vergiftungen. Gerade bei den 19.000 Vergiftungsfällen ist der Anteil an sehr jungen Kindern hoch: 88% der Vergiftungen entfallen auf Kinder unter sechs Jahren. Nach Meinung von Experten sind wären 60% der Unfälle vermeidbar.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) “Mehr Sicherheit für Kinder e.V.” hat deshalb dazu aufgerufen, Kinder besser vor Vergiftungen zu schützen. Unter dem Jahresmotto “Sicher aufwachsen. Kinder vor Vergiftungen schützen!” will die BAG deshalb vor allem auf die Sicherheitsrisiken von Kindern in ihrem direkten Umfeld hinweisen.
Zum nationalen Kindersicherheitstag fanden deshalb in Berlin verschiedene Veranstaltungen statt. Dazu hatte die BAG gezielt Kindergartenkinder eingeladen und Malwettbewerbe durchgeführt. Auf der Internetseite der BAG kann auch eine Broschüre über das “Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern” heruntergeladen werden. Anhand dieser Broschüre können Eltern beurteilen, ob ihr Haushalt “giftsicher” ist und wo die größten Gefahren für Kinder unterschiedlicher Altersstufen liegen.
Besonders häufig vergiften sich Kinder, die gerade im Haushalt auf Entdeckungstour gehen. Für sie sind viele haushaltsübliche Substanzen giftig: Medikamente, Reinigungsmittel, Tabak, Kosmetika, Pflanzenbestandteile und vor allem auch gefärbte und parfümierte Lampenöle. All diese Dinge sind für Kinder verführerisch, da sie oft bunt sind und gut riechen. Nimmt ein Kind diese aufregende Neuentdeckung in den Mund, verwandelt sich der harmlos aussehende Haushaltshelfer buchstäblich in eine Todesfalle.
Die BAG “Mehr Sicherheit für Kinder” will Vergiftungen vermeiden helfen und informiert Eltern, wie sie die Sicherheit ihrer Kinder verbessern können. Dazu gehören Maßnahmen wie:
-Â Â Â einen abschließbaren Medikamentenschrank anschaffen
-Â Â Â Putzmittel für Kinder unerreichbar aufbewahren
-Â Â Â entscheiden ob und wo im Haushalt gefährliche Chemikalien überhaupt nötig sind
-Â Â Â Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Vergiftungsfall beherrschen
-Â Â Â die Nummer des zuständigen Giftnotrufs kennen
-Â Â Â den Giftnotruf ausreichend informieren
Mit dem “giftsicher”-Machen des eigenen Haushaltes ist es jedoch nicht getan. Eltern müssen ständig auf der Hut sein, ob im Garten, in der Wohnung von Freunden und Verwandten oder auch in Läden. Kinder sind neugierig und einfallsreich und finden schnell einen Weg, an eine interessante Flüssigkeit oder wie Süßigkeiten aussehende Tabletten zu gelangen.





