Im vergangenen Jahr sind laut Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF rund 8,8 Millionen Kinder im Alter von unter fünf Jahren gestorben. Todesursachen sind vor allem Durchfall, Lungenentzündung, Malaria und Aids. Die meisten dieser Krankheiten sind vermeidbar oder zumindest leicht zu behandeln. UNICEF-Direktorin Ann M. Veneman erklärt, es sein nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr Millionen Kleinkinder sterben.
Zwar sind die Zahlen seit 1990 gesunken, trotzdem ist die Kindersterblichkeit immer noch inakzeptabel hoch. Damals sind 12,7 Millionen Kinder gestorben. In vielen Ländern konnte die Kindersterblichkeit stark gesenkt werden, hauptsächlich dank Impfungen, etwa gegen Masern, Vitamingaben, Medikamenten und vor allem auch durch den Schutz vor Malaria, durch so einfache und kostengünstige Mittel wie Moskitonetze. Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Informationen über Hygiene gehören zu den Maßnahmen, die Kindern das Leben retten können.
Nicht überall hat sich die Lage allerdings gleich positiv entwickelt. So konnte etwa in Malawi, Bolivien, Eritrea und Nepal die Kindersterblichkeit gesenkt werden; in Südafrika ist sie allerdings seit 1990 sogar angestiegen. Grund dafür ist häufig die HIV-Infektion bzw. Aids-Erkrankung der Mütter. 93 Prozent der Todesfälle bei den Kindern unter fünf entfallen auf Afrika und Asien. Besonders dramatisch ist die Kindersterblichkeit in den drei Ländern Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und Indien, in denen zusammen 40 Prozent der Todesfälle vorkommen.
Die Senkung der Kindersterblichkeit ist eines der Millenniumsziele der Vereinten Nationen. Geplant ist eine Senkung der Kindersterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel von 10,6 auf 3,5 Prozent. Aktuell liegt sie bei etwa 8,3 Prozent.
Die Kindersterblichkeit berechnet sich nach der Anzahl der Kinder, die bis zum fünften Lebensjahr sterben, bezogen auf 1000 Lebendgeburten. Nach Schätzungen des CIA World Factbook liegt die Kindersterblichkeit in Deutschland aktuell bei 3,99, in Angola bei 180,21.





