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Kindstod im Elternbett

Montag, 19.10.2009 von Alexandra

Obwohl viele der Risikofaktoren für den Plötzlichen Kindstod bekannt sind, können noch nicht alle Fälle des Kindstodes, auch SIDS genannt, vermieden werden. Englische Wissenschaftler der Universitäten von Bristol und Warwick haben vor kurzer Zeit 89 Fälle des Plötzlichen Kindstodes untersucht. In über 70 Prozent der Fälle starb das Kind, während es neben den Eltern oder einem Elternteil im Bett oder auf dem Sofa schlief.

Dabei wird Eltern schon seit Jahren empfohlen, das Kind möglichst in seinem eigenen Bettchen schlafen zu lassen, gerade um das Risiko des Plötzlichen Kindstodes zu senken. Allerdings scheinen gerade in Großbritannien dieser Maßnahme eher skeptisch gegenüberzustehen, wie eine Umfrage jüngst ergab.

Die FSID (Foundation for the Study of Infant Deaths, Stiftung für die Erforschung des Kindstodes) hat 500 Mütter befragt; ein Viertel der Frauen bezweifelt, dass es für das Baby ein Risiko darstellt, wenn es mit den Eltern in einem Bett schläft. Die oben erwähnte Studie scheint aber wohl doch das Gegenteil zu beweisen.

Sie ergab aber auch, dass in vielen Fällen das Kind nicht nur bei den Eltern im Bett schlief, sondern die Eltern vor dem Zu-Bett-Gehen geraucht und getrunken hatten, oder gar Schlafmittel einnahmen. Auch wenn die Mutter mit dem Kind auf dem Sofa einschläft, etwa während des Stillens, ist die Gefahr höher. Besonders hoch scheint das Risiko im Elternbett für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten zu sein, wie das Internetportal urbia unter Berufung auf eine niederländische Studie berichtet.

Wenn die Eltern weder Alkohol trinken, noch rauchen oder Drogen bzw. Medikamente nehmen, ist das Risiko für den Plötzlichen Kindstod allerdings nicht höher, auch wenn das Kind bei den Eltern im Bett schläft.

Ein Fünftel der am Plötzlichen Kindstod gestorbenen Kinder hatten ein Kissen – auch das einer der bekannten Risikofaktoren. Ein neueres Risiko scheint das Pucken zu sein: Ein Viertel der toten Kinder waren in der Nacht gepuckt gewesen.

Seit den frühen neunziger Jahren hat die “Back to Sleep”-Kampagne in Großbritannien entscheidend dazu beitragen können, die Zahl der Todesfälle zu senken. Offensichtlich haben aber noch nicht alle Eltern den Wert der Schlafempfehlungen erkannt, die ihren Kindern das Leben retten könnten. Ähnliche Aktionen konnten auch bei uns viele Todesfälle vermeiden.
http://www.beliebte-vornamen.de/2289-ploetzlicher-kindstod.htm

Joyce Epstein, die Leiterin des FSID, führt das zum Teil darauf zurück, dass die Kinder von sehr jungen, alleinstehenden Müttern besonders gefährdet sind – und Epstein geht davon aus, dass sehr junge Mütter, oft noch Teenager, eher als andere die Ratschläge zum sicheren Schlaf ablehnen.

Zu den Schlafempfehlungen, die zum Vermeiden des Plötzlichen Kindstods beitragen können, zählen das Rauchverbot im Umfeld des Kindes, eine niedrige Temperatur in dem Raum, in dem das Kind schläft, und das Entfernen von Kissen, Decken und Fellen aus dem Bett des Kindes, um einen gefährlichen Hitzestau zu vermeiden.


 

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