Masern sind eine Kinderkrankheit - harmlos, schnell vorbei, keine große Sache … wieso dagegen impfen lassen? Außerdem sind die Masern doch eh so gut wie ausgerottet, also was soll’s?
Wer sich mit Masern ansteckt, dem droht eben nicht nur ein lästiger juckender Ausschlag. Wie verheerend die Masern sein können, zeigte sich 2006. In diesem Jahr gab es in Deutschland schon einmal eine Masern-Epidemie mit rund 2300 Betroffenen. 15% davon waren so schwer erkrankt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten, 2 Menschen starben. Im Vergleich dazu kamen die Masern-Erkrankten, bei denen Gehirnentzündungen, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen auftraten, noch glimpflich davon.
Die Ausprüche von Masern in Deutschland & Europa zeigen: Ausgerottet sind die Masern noch lange nicht. Laut dem Robert-Koch-Institut, das sozusagen die Heimat der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist, sind in Hamburg in den ersten neun Wochen dieses Jahres 104 Menschen an Masern erkrankt, bei elf weiteren Personen besteht der Verdacht auf eine Masernerkrankung. In Hamburg sind damit in den wenigen Wochen seit Jahresbeginn mehr Menschen an Masern erkrankt als in allen Jahren seit 2001 zusammengenommen. Über die Hälfte davon sind Kinder unter 14 Jahren, eine Impfung hätte bei diesen den Ausbruch entschärft.
Auch in Nordrhein-Westfalen sind seit Anfang des Jahres auffällig viele Masernfälle aufgetreten: Seit Januar haben sich dort 43 Menschen mit der Krankheit angesteckt. Darunter sind auch neun Kleinkinder unter zwei Jahren, und elf Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren.
Eigentlich hatte sich Deutschland ja zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO das Ziel gesetzt, die Masern komplett auszurotten. Doch davon sind wir noch weit entfernt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten nämlich mindestens 95% der Kinder zweimal gegen Masern geimpft werden. Die Quote in Deutschland liegt aber nur bei 87 bis 95% bei beiden Impfungen. Das heißt: Die erste Masern-Impfung nehmen noch fast alle Kinder mit, bei der zweiten Impfung sind es schon deutlich weniger. Irgendwann in den Monaten zwischen der ersten und der zweiten Impfung verlieren die Eltern also anscheinend das Interesse daran, ihr Kind vor Krankheiten zu schützen.
Den Eltern ist entweder nicht klar, wie wichtig die Schutzimpfungen sind, oder sie haben sogar ideologische Bedenken gegen das Impfen. Leider hilft einem auch die Ideologie nicht weiter, wenn das eigene Kind vollkommen unnötig an einer ach so harmlosen Kinderkrankheit wie den Masern stirbt.





