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Nabelschnurblut: Nur ein Geschäft mit der Angst?

Montag, 10.08.2009 von Alexandra

Eltern wollen für ihr Kind immer das Beste, gerade auch für dessen Gesundheit. Wen wundert es da, wenn Eltern das Nabelschnurblut ihres neugeborenen Kindes bei einer spezialisierten Firma einlagern lassen? Schließlich wird ihnen diese Maßnahme ja als bestmögliche Gesundheitsvorsorge für ihr Kind verkauft. Aber ist es das wirklich? Oder machen die Unternehmen nur schnelles Geld mit der Sorge der Eltern?

Die Unternehmen, die einen solchen Service bieten, sind verständlicherweise darum bemüht ihre potenziellen Kunden zu überzeugen. Dabei kommt es, wie der Spiegel berichtet, auch dazu, dass ein Unternehmen teilweise mehrere Internetseiten unterhält, die vom möglichen Nutzen des Nabelschnurblutes und der daraus gewonnenen Stammzellen berichten. Den Eltern, die Informationen suchen, ist aber nicht klar dass die “informativen” Seiten von den Nabelschnurbanken bzw. ihren Werbeagenturen betrieben werden.

Tatsächlich setzt die Wissenschaft große Hoffnungen auf Stammzellen – und hat damit auch schon viele beachtliche medizinische Erfolge erzielt. Allerdings war das meistens bei Versuchstieren und im Reagenzglas. Nur in vergleichsweise wenigen Fällen kann Blut einen Chance auf Heilung bieten. Sollte das wirklich Grund genug sein, dass Eltern für teilweise sehr viel Geld das Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern lassen?

Wohin also mit dem zugegeben wertvollen Nabelschnurblut? Immer noch viel zu selten wird in diesem Zusammenhang die Möglichkeit erwähnt, das Nabelschnurblut zu spenden. Das ist bei den fünf öffentlichen Stammzellbänken kostenlos möglich. Sie lagern das Nabelschnurblut und stellen es kranken Kindern bei Bedarf zur Verfügung.

Leukämie ist beispielsweise eine der Krankheiten, die sich mit Stammzellen gut therapieren lässt – aber gerade in diesem Fall bevorzugen Mediziner “fremde” Stammzellen, da das eigene Nabelschnurblut oft bereits die geschädigten Zellen enthält. Auch Gendefekte, die zu anderen Krankheiten wie etwa Diabetes mellitus Typ 1 führen können, sind im Nabelschnurblut natürlich schon vorhanden.

Zudem weisen Ärzte und Hebammen oft darauf hin, dass es für ein Neugeborenes wichtig ist, möglichst spät abgenabelt zu werden, um so möglichst alle gesundheitsfördenden Bestandteile des Nabelschnurblutes “abzubekommen”. Das späte Abnabeln hat handfeste gesundheitliche Vorteile für ein Kind. Demgegenüber stehen die eher hypothetischen Vorteile des Nabelschnurblutes, für dessen Gewinnung das Kind möglichst schnell abgenabelt werden muss, da sonst das Blut in den Organismus des Kindes übergeht.

Spät abgenabelte Kinder haben noch bis zu drei Monate nach der Geburt einen deutlich höheren Eisenspiegel im Blut als sofort oder früh abgenabelte Kinder. Sie sind gesünder, robuster und nach Meinung einiger Hebammen schlicht  weniger anfällig gegenüber allen möglichen Krankheiten wie etwa Allergien oder auch Kinderkrankheiten. Wir finden: Das ist für Kinder bestimmt der bestmögliche Start ins Leben, für seine Gesundheit vorteilhaft, und noch dazu völlig kostenlos – ganz anders als das Aufbewahren von Nabelschnurblut.


 

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