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Paracetamol bei Kindern: Weniger ist mehr

Freitag, 29.01.2010 von Alexandra

Paracetamol fehlt heutzutage in kaum einer Hausapotheke. Das Medikament hilft gegen Schmerzen und Fieber, ist für die meisten Menschen gut verträglich und rezeptfrei erhältlich. Eltern geben es deswegen gerne auch ihren Kindern, wenn diese Schmerzen oder Fieber haben.

Dagegen ist im Prinzip auch nichts einzuwenden, allerdings muss man bei der Anwendung bei Kindern besonders genau die Dosierungsvorschriften beachten. Kinder sind nicht nur kleiner und leichter als Erwachsene, so dass es schneller zu einer Überdosierung kommt. Ihr Organismus funktioniert auch noch etwas anders, so dass es wie bei den meisten Medikamenten nicht einfach damit getan ist, die Erwachsenendosis auf das geringere Gewicht “runterzurechnen”.

Gerade mehrtägige Verwendung sollte vermieden werden, zumindest ohne (kinder-) ärztlichen Rat und Überwachung. Andernfalls kann es zu einer Paracetamol-Vergiftung kommen. Die wird oft erst spät bemerkt, da sie schleichend beginnt. Es kommt dabei oft erst bis zu einem Tag nach der Einnahme zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, wie das Gesundheitsportal onmeda berichtet.

Bei diesen Symptomen denkt man natürlich nicht als Erstes an eine Paracetamolvergiftung, zumal viele Krankheiten, gerade auch Kinderkrankheiten, sich so äußern, und das Kind, das das Medikament bekommen hat, ja sowieso krank ist.

Kinder im Grundschulalter dürfen höchsten vier Dosen Paracetamol zu 15 mg pro kg Körpergewicht pro Tag erhalten. Die tägliche Gesamtdosis von 60 mg pro kg Körpergewicht darf nicht überschritten werden. Zudem muss unbedingt darauf geachtet werden, dass, wenn das Kind von verschiedenen Personen gepflegt wird, diese sich absprechen.

Nicht immer lassen sich Eltern vor jeder Medikamentengabe aus der Hausapotheke vom Kinderarzt beraten. Das dürfte auch mit ein Grund dafür sein, dass eine Paracetamolvergiftung eine der häufigsten Arzneimittelvergiftungen bei Kindern ist. Das wird von den Anfragestatistiken der Giftinformationzentren belegt.

Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte weist außerdem darauf hin, dass Fieber nicht immer unbedingt und sofort mit einem Medikament gesenkt werden muss.

Oft helfen bewährte Hausmittel wie etwa Wadenwickel genauso zuverlässig und oft sogar schneller als Paracetamol, das erst nach etwa einer Stunde wirkt.


 

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