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Schweinegrippe: Wenig Schutz für Babys

Donnerstag, 13.08.2009 von Alexandra

Die Verwirrung und Unsicherheit rund um die Schweinegrippe und die zur Behandlung verwendeten Medikamente Tamiflu und Relenza gehen weiter. Erst kürzlich berichteten wir über Nebenwirkungen, die bei Kindern nach der Einnahme von Tamiflu beobachtet wurden, jetzt warnen Kinderärzte: Die beiden Grippemittel sind für Kinder gar nicht geeignet.

Dr. Wolfram Hartmann, der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), befürchtet, dass es für Säuglinge und Kinder praktische keine geeigneten Behandlungsmethoden bei Grippe gibt. Der Grund: Die Mittel Tamiflu und Relenza sind für Säuglinge im ersten Jahr nicht zugelassen. Relenza (mit dem Wirkstoff Zanamivir) ist sogar erst ab dem fünften Lebensjahr zugelassen.

Inzwischen steht fest, dass die Gabe von Tamiflu, in geringerem Maße auch Relenza, bei Kindern bis zu zwölf Jahren auch starke Nebenwirkungen hat, die Dauer und Heftigkeit der Erkrankung aber nicht deutlich reduziert. Auch die vorbeugende Behandlung mit den Medikamenten hat nur unbefriedigende Wirkung und wird inzwischen nur noch für besonders gefährdete Kinder empfohlen.

Tamiflu ist zwar schon für Einjährige zugelassen, jedoch sind aktuell nur Hartkapseln lieferbar, die für Kleinkinder nicht geeignet sind. Speziell für kleine Kinder gibt es zwar einen Saft mit dem Wirkstoff Oseltamivir, der ist laut Tamiflu-Hersteller Roche frühestens ab November 2009 wieder lieferbar.

Auch eine Influenza-Impfung speziell gegen den Erreger der Schweinegrippe wird laut BVKJ  frühestens im November wirksam sein. Wenn aber die Impfung noch nicht wirkt, und wenn es keine Medikamente gibt die man Babys und Kleinkindern geben kann, was ist zu tun?

Für den Fall einer weiteren Zunahme an Erkrankungsfällen rät Hartmann Eltern mit Babys und Kleinkindern Menschenansammlungen zu meiden. Bei den ersten Anzeichen einer Grippe müsse im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern und bei der Pflege konsequent auf Hygiene geachtet und auch ein Mundschutz getragen werden.

Besonders gefährdet sind Babys und Kleinkinder, bei denen die Risikofaktoren Frühgeburt, Untergewicht, Lungen- und Herzerkrankungen oder angeborene Stoffwechselstörungen gegeben sind.


 

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