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Schwerhörigkeit nach Mittelohrentzündung

Donnerstag, 11.03.2010 von Alexandra

Mittelohrentzündungen sind bei Babys und Kindern nichts Ungewöhnliches. Sie können sehr schmerzhaft sein, werden aber meist für eher harmlos gehalten. Jetzt haben US-Forscher entdeckt, dass Kinder nach Mittelohrentzündungen eine Hörschwäche entwickeln können – der Grund dafür ist aber überraschend.

Zu einer akuten Mittelohrentzündung (Otitis media) kommt es meist durch bakterielle oder seltener auch von Viren verursachte Entzündungen der Schleimhäute im Mittelohr. Bakterien wie Pneumokokken oder Haemophilus influenzae arbeiten sich meist aus den Nasen-Rachen-Raum bis in das Mittelohr vor.

Die Schleimhäute im Mittelohr beginnen wegen der Infektion zu eitern, so dass das Trommelfell sich schließlich nach außen wölbt, was sehr schmerzhaft ist. Nach einigen Tagen reißt das Trommelfell, der Eiter kann ablaufen und die Schmerzen lassen nach. Die Mittelohrentzündung heilt meist nach höchstens vier Wochen komplett ab, sie kann sich jedoch auch zu einer chronischen Mittelohrentzündung entwickeln.

Mittelohrentzündungen werden manchmal nicht behandelt. Antibiotika können zwar die Dauer der Bakterieninfektion verkürzen und kommen bei kleinen Kindern und sehr schweren Erkrankungen zum Einsatz, aber in vielen Fällen verordnet der Kinderarzt nur Schmerzmittel und Nasentropfen zur Abschwellung der Schleimhäute. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte allerdings trotzdem immer ein Arzt hinzugezogen werden.

Während der Krankheit hören die Kinder auf dem betroffenen Ohr natürlich schlechter. Die “Spätfolgen” für das Gehör kommen jedoch nicht etwa von beschädigtem Gewebe bzw. einem Schaden am Ohr. Vielmehr haben die Forscher der Vanderbilt University School of Medicine in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) festgestellt, dass das Gehirn selbst das Hören sozusagen verlernt. Der Grund: Durch den Eiter im Ohr wird alles, was das Kind hört, abgeblockt, so dass nur wenig davon im Gehirn ankommt. Dem Gehirn fehlt der Anreiz, das Hörzentrum richtig aufzubauen.

In Tierversuchen  konnten die Wissenschaftler belegen, dass ein Hörverlust, auch wenn er zeitlich begrenzt ist, die Entwicklung des Hörzentrums beeinträchtigt. Das bedeutet: Wenn ein Kind wenig hört, fehlen wichtige Reize für die Entwicklung der Hörfähigkeit! Nun will das Forscherteam untersuchen, ob das Hörzentrum durch gezieltes Training sozusagen aufholen kann.


 

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NEUESTE KOMMENTARE:

 

  • [...] post by Alexandra Wir danken den Original-Autoren für die Bereitstellung ihrer RSS-Feeds. Sollten Sie die [...]

     

  • Konrad Bauckmeier | 11.03.2010 um 17:14

    So, So. Um diese Feststellung zu treffen benötigt man also Tierversuche!
    Das habe ich aber auch schon vor dieser Studie gewusst. Leider!

     

 

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