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Vermeidbarer Maserntod in Deutschland

Mittwoch, 25.08.2010 von Alexandra

Die ständige Impfkommission (STIKO), von der die Impfempfehlungen in Deutschland stammen, hat die Impfempfehlungen in Hinblick auf die Masern erweitert. Grund dafür ist, dass in den letzten sieben Jahren 19 Kinder an Komplikationen nach einer Masernerkrankung gestorben sind, und gut 200 weitere Kinder wegen solcher Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Deutschland hat es nicht geschafft, die Masern zu eliminieren – dieses Ziel war mit der Weltgesundheitsorganisation WHO eigentlich vereinbart worden, und zwar für dieses Jahr. Allerdings sind noch bei weitem nicht genug Menschen gegen die Masern geimpft, so dass die Krankheit immer noch genügend “Opfer” findet und so überleben kann.

Die Masern an sich sind, wie viele Kinderkrankheiten, harmlos genug. Allerdings können sie zu furchtbaren Komplikationen und Spätschäden führen. Die Spätfolgen können, wie der Name schon sagt, sehr viel später auftauchen. Die Masern etwa können Jahre später zu der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) führen, einer Gehirnentzündung, die stets tödlich verläuft. Das war zwischen 2003 und 2009 bei 19 Kindern der Fall, wie eine Untersuchung der Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland (ESPED) ergeben hat.

Diese Krankheit tritt vor allem dann auf, wenn Kinder vor ihrem zweiten Lebensjahr an Masern erkranken. Die Masernimpfung erhalten Babys aber erst mit neun bis zwölf Monaten, sie sind also monatelang verletzlich – der einzige Schutz für sie ist es, nicht in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen, die sie anstecken könnten. Das geht aber nur, wenn das Umfeld durchgeimpft ist, die Familie, Verwandten und Bekannten also nicht selbst erkranken und die Krankheitserreger übertragen können.

Die Anzahl der Masernerkrankungen – und damit der gefährdeten Kinder – steigt übrigens in Deutschland wieder an. 2010 sind schon im ersten Quartal mehr Menschen an Masern erkrankt als 2008. Deutschland hat damit mehr Masernkranke als etwa Honduras, eines der ärmsten Länder Mittelamerikas mit einer viel höheren Kindersterblichkeit als Deutschland.

Um Masernerkrankungen, und vor allem die schlimmen Spätfolgen, zu vermeiden, rät die STIKO nun, nicht nur alle Kinder und Jugendliche zu impfen, sondern auch alle jungen Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden und nur einmal oder gar nicht gegen Masern geimpft wurden.


 

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