Eine englische Kinderwunschklinik hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um auf ihre Dienste aufmerksam zu machen: Sie verlost eine Eizelle. Der Gewinnerin wird eine Wunsch-Eizelle eingepflanzt. Der Gesamtwert des Gewinns beträgt rund 14.000 Euro.
Die Londoner Fruchtbarkeitsklinik veranstaltet ein Seminar zu den Themen Eizellspende und künstliche Befruchtung, unter dessen Teilnehmerinnen die Eizelle verlost wird. Dabei steht die Eizelle noch nicht fest, vielmehr darf die Gewinnerin mit Kinderwunsch sich eine Eizelle aussuchen. Auswahlkriterien sind dabei Hautfarbe, soziale Herkunft und Intelligenz der Spenderin.
Die Behandlung wird in den USA stattfinden, bei einem Partnerunternehmen der englischen Klinik. Die Spenderinnen des amerikanischen Unternehmens sind allesamt Studentinnen oder Frauen mit Universitätsabschluss im Alter von 19 bis 32 Jahren. Raucherinnen und Dicke werden nicht akzeptiert.
Während in Deutschland die Eizellspende ähnlich wie die Leihmutterschaft durch das Embryonenschutzgesetz völlig verboten ist, ist in Großbritannien nur der gewerbliche Verkauf von Eizellen verboten. In den USA allerdings ist auch das möglich, und eine Eizelle kann der Spenderin bis zu 10.000 Dollar (umgerechnet rund 7.300 Euro) einbringen.
Die Londoner Kinderwunschklinik will mit dieser Aktion auf sich aufmerksam machen. Ein Sprecher meinte, in Großbritannien sei es sehr schwer Eizellspenderinnen zu finden, weil die gesetzlichen Regelungen so streng seien. Wenn eine Frau nämlich Eizellen spenden will, muss sie sich dazu bereit erklären, dass sie von dem daraus entstandenen Kind kontaktiert werden kann, wenn es 18 Jahre alt ist. Davor schrecken viele zurück.
Die Samenspende ist im Vergleich dazu viel einfacher und die künstliche Befruchtung mit Spendersamen (donogene bzw. heterologe Insemination) auch seit langem etabliert.
Die Londoner Klinik sich jetzt vorwerfen lassen, sie umgehe gezielt die englischen Gesetz und behandle menschliches Leben wie eine Ware – meiner Meinung nach zu Recht.






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