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Endometriose weit verbreitet

Mittwoch, 17.03.2010 von Alexandra

Frauen mit Endometriose haben eventuell sogar Glück, wenn ihr Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Die Krankheit wird nämlich oft erst dann festgestellt, wenn nach den Ursachen für die Unfruchtbarkeit gesucht wird. Leidet eine Frau “nur” an Schmerzen im Unterleib, dauert es bis zur richtigen Diagnose oft fast unerträglich lange.

Bei Endometriose wuchert Gebärmuttergewebe außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum oder an anderen Organen. Oft wächst das Gewebe an den Eierstöcken oder an der Außenwand der Gebärmutter, gelegentlich auch an der Blase oder am Darm. Warum das so ist, können Mediziner nicht mit Sicherheit sagen.

Die ausgesiedelte Gebärmutterschleimhaut verändert sich, wie die richtige Gebärmutterschleimhaut, mit dem Monatszyklus. Sie blutet, wuchert, vernarbt oder entzündet sich. Das kann völlig schmerzlos bleiben, aber auch enorme Schmerzen verursachen. Je nachdem welches Organ befallen ist, kann es zu Schmerzen bei der Menstruation, beim Wasserlassen oder bei der Regelblutung kommen.

Wie viele Frauen eine Endometriose entwickeln, ist völlig unklar, weil natürlich gerade die schmerzlosen Formen nicht entdeckt werden. Schätzungen zufolge sind 10 bis 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Bei einer normalen Untersuchung beim Frauenarzt bleiben die Schleimhautwucherungen unsichtbar, sie sind nur mit einer Bauchspiegelung aufzufinden.

Wirklich entdeckt wird die Endometriose oft nur bei Frauen, die vergeblich versuchen schwanger zu werden. Bei ihnen dauert es im Durchschnitt drei Jahre bis zur richtigen Diagnose. Bei ihnen wird eine Bauchspiegelung vorgenommen, wenn die behandelnde Ärztin etwa eine Wucherung an den Eileitern vermutet.

Wenn die Frauen aber an den starken Schmerzen im Unterleib leiden, dauert es bis zu zehn Jahre, bis die Ärzte die richtige Diagnose stellen. Die Berliner Endometrioseforscherin Cordula von Kleinsorgen wird bei web.de zitiert: “Oft haben diese Frauen sich jahrelang anhören müssen, sie sollten sich nicht so anstellen. Fast 40 Prozent der Patientinnen, die zu uns kommen, haben deshalb auch depressive Symptome”.

Heilbar ist die Endometriose bisher nicht. Bei Frauen ohne Kinderwunsch kommen hauptsächlich Schmerzmittel zum Einsatz, daneben versucht man auch mit Hormonen der Krankheit Herr zu werden. Wenn eine Frau aber ein Kind will, ist das keine Option. Eine echte Therapie ist aber erst dann möglich, wenn die Ursachen bekannt sind – und das kann noch dauern.


 

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