Die Chancen auf eine erfolgreiche künstliche Befruchtung lassen sich steigern, wenn die befruchteten Eizellen vor dem Einsetzen einem Screening unterzogen werden. Bei einer Konferenz von Fruchtbarkeitsexperten in den USA äußerten sich Ärzte lobend über das Verfahren, bei dem Embryos auf genetische Probleme untersucht werden, die eine erfolgreiche Einnistung der Eizelle und eine Schwangerschaft gefährden können.
Das Eizell-Screening wird inzwischen auch in Großbritannien in einigen Kliniken angeboten. Mediziner hoffen, dass das Verfahren – das mit 2000 Pfund (umgerechnet etwa 2200 Euro) noch ziemlich teuer ist - bald für alle Paare mit Kinderwunsch verfügbar ist.
Kinderwunsch-Experten halten die Methode für eine echte Verbesserung, und wegen der besseren Erfolgschancen vor allem für die Paare wichtig, die keine oder nur beschränkte Unterstützung von der Krankenkasse erhalten. Laut einer Studie der Universität Oxford wurden mit dieser Methode der künstlichen Befruchtung nämlich 66% der behandelten Frauen schwanger – im Vergleich zu der üblichen Zahl von 2% ohne Screening.
Die Untersuchung ist nach Meinung der Ärzte besonders für ältere Frauen wichtig, deren Embryos öfter Fehler im Erbgut aufweisen, die verschiedene Krankheiten und Behinderungen auslösen. Bei dem Screening namens Comparative Genomic Hybridisation (CGH) werden die Chromosomen des nur wenige Tage alten Embryos untersucht, und nur die Embryos mit den besten Erfolgschancen werden der Mutter eingesetzt.
Ob in Deutschland ein Screening dieser Art durchgeführt werden könnte, ist wohl zweifelhaft. Erst im Sommer hatte ein Berliner Arzt Aufsehen erregt, indem er seiner Patienting einen Embryo eingepflanzt hat, den er aufgrund seiner Erfolgschancen ausgewählt hatte. Der Arzt hat sich dann selbst angezeigt, weil er rein rechtlich gesehen gegen das Verbot der Präimplantationsdiagnostik verstoßen hatte.






Ich weiß nicht recht, wie ich diesen Artikel verstehen soll. Hat hier jemand was verwechselt?
Dass die PID nicht zu höheren Erfolgschancen beiträgt, haben wissenschaftliche Studien hinreichend gezeigt. Der Nutzen der PID liegt darin, Menschen mit schweren Erbkrankheiten zu einem Kind zu verhelfen, das nicht Träger dieser Erbkrankheit ist. Der Berliner Arzt hat auch nicht aufgrund höherer Erfolgschancen gehandelt, sondern aufgrund einer schweren Erbkrankheit.
Hingegen gibt es aber ein Screening von befruchteten Eizellen, bei dem nicht die genetische Erbinformation ausgewertet wird, sondern das optische Aussehen. Hier schaut man am Tag 3 nach der Befruchtung, wie gleichmäßig sich die Zellen geteilt haben und ob es starke Fragmentierungen gibt. Damit kann man schon relativ gute Aussagen über die Weiterentwicklung treffen. In Deutschland ist dieses Verfahren noch nicht so zweckmäßig anzuwenden, da nach offizieller Interpretation des Embryonenschutzgesetzes (ESchG) nur maximal 3 Embryonen weiter kultiviert werden dürfen. In den meisten Ländern dürfen jedoch alle Embryonen (im Schnitt sind das 6 - 10) weiter kultiviert werden. Wenn man aus einer größeren Menge den Embryo mit den besten Erfolgsaussichten nach einem Screening auswählen darf, sind die Erfoilgsaussichten naturgemäß höher. Ein weiterer Vorteil ist, dass man dann zu einer angemessenen Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nur einen Embryo übertragen muss und damit Mehrlingsschwangerschaften vermeidet.