In einer renommierten Londoner Klinik für künstliche Befruchtung ist es wiederholt zu Fehlern bei In-vitro-Fertilisationen (IVF) gekommen. Bei drei Frauen wurde die Behandlung unterbrochen, nachdem herauskam, dass ihre Eizellen mit dem falschen Sperma befruchtet worden waren.
Das Londoner Guy’s and St. Thomas’ Hospital ist eine der bekanntesten Kliniken in Großbritannien. Das macht die unlängst ans Licht gekommenen Fehler allerdings nur noch peinlicher. Bei genetischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass bei drei Paaren die Eizellen der Frauen im Februar dieses Jahres mit Spermien befruchtet worden waren, die nicht von den Ehemännern stammten. Die Embryos, die den Müttern noch nicht eingepflanzt worden waren, wurden vernichtet.
Fruchtbarkeitsexperten sind nun der Meinung, dass Fehler wie diese, die auch schon in anderen Krankenhäusern vorgekommen sind, ein Anzeichen für mangelnde Überwachung sind. Zwar gibt es in England eine Behörde, die sich mit Befruchtung und Embryos befasst (Human Fertilisation and Embryology Authority; HFEA). Fruchtbarkeitsärzte werden der HFEA allerdings vor, sich nicht um diese und ähnlich ernste Problem zu kümmern.
Schon 2007 war einer Frau im Guy’s and St.Thomas’ Hospital der falsche Embryo eingesetzt worden. Zwar war es ihr eigener Embryo, allerdings war es ein schwacher Embryo mit geringer Chance darauf, sich in ein Baby zu entwickeln. Die Ärzte hätten ihr eigentlich einen starken und chancenreichen Embryo implantieren sollen.
In einem anderen Fall wurden einer Leihmutter Embryos eines Paares eingesetzt, das einen ähnlichen Nachnamen hatte wie die Auftraggeber der Frau.
Angeblich hat ein Embryologe der Klinik schon 2006 darauf hingewiesen, dass es in dem Krankenhaus zu Verwechslungen kommen könne, weil die Spermaproben mehrerer Männer gleichzeitig im Labor verarbeitet wurden. Normalerweise befindet sich immer nur eine Spermaprobe eines einzigen Mannes in einem derartigen Labor, eben um Verwechslungen zu vermeiden.
Wir fragen uns jetzt natürlich, wie sich die Eltern fühlen, die nach einer Behandlung im Guy’s and St.Thomas Hospital ihre Kinder bekommen haben. Schließlich kamen die drei aktuellen Verwechslungen nur zufällig durch einen Gentest heraus – wer weiß, wie viele Fälle dieser Schlamperei unentdeckt geblieben sind.






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