Für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ist das Leben schwer. Oft versuchen sie jahre- und monatelang erfolglos schwanger zu werden, darauf folgt nicht selten eine Odyssee durch die unterschiedlichsten Arztpraxen, nur um herauszufinden an was es denn nun liegt.
Wenn das Paar sich für eine künstliche Befruchtung entscheidet – falls diese möglich ist – kommen noch Kommentare aus dem Umfeld dazu. Der Klassiker: “Akzeptiert es doch einfach! Das hat schon seinen Grund!” – als ob das Paar für sich und sein Wunschkind Unheil heraufbeschwört, wenn es “das Schicksal” nicht akzeptieren will und auch keine Adoption plant.
Zu den körperlichen Anstrengungen kommt dann auch noch die beträchtliche finanzielle Belastung. Schon längst ist die künstliche Befruchtung keine Kassenleistung mehr, zumindest nicht im vollen Umfang. Nur an den Kosten für die ersten drei Versuche beteiligen sich die Krankenkassen – ab dem vierten gibt es keine Unterstützung mehr. Auch die oft als freizügiger betrachteten privaten Kassen versuchen sich nach Möglichkeit aus dem Bezahlen herauszuwinden. In dieser Situation ist also nicht nur die künstliche Befruchtung, sondern auch guter Rat teuer.
Nicht nur in Wahlkampfzeiten ist das Thema “Kostenübernahme für künstliche Befruchtung” immer wieder ein Thema – leider kommen die Politiker in dieser Hinsicht nicht wirklich in die Gänge. Eine gesamtdeutsche verbindliche Lösung für die Förderung von Befruchtungsmethoden wie der In-vitro-Fertilisation scheint jedenfalls nicht in Sicht.
Da hören es betroffene Eltern um so erfreuter, dass zumindest die einzelnen Bundesländer nicht mehr länger warten wollen. Nach Sachsen will nun auch Sachsen-Anhalt eine feste Summe in den Landeshaushalt einplanen, mit denen Kinderwunschpaare unterstützt werden sollen. Wenn es nach dem Willen des Sozialausschusses des Landtags geht, stehen 2010 und 2011 250.000 Euro für diesen Zweck bereit.
Nähere Details sind noch nicht bekannt, weder darüber wie das Geld ausgezahlt wird, noch an eventuelle Voraussetzungen, die die Paare erfüllen müssen. Vermutlich wird sich Sachsen-Anhalt aber am sächsischen Modell orientieren. Der Landtag in Magdeburg wird im Dezember über den Vorschlag beraten.
Dr. Elmar Breitbach von wunschkinder.net hat über die Kostendiskussion um die künstliche Befruchtung eine Artikelserie verfasst, die auf jeden Fall mehr als nur ein flüchtiges Lesen wert ist. Wer sich für das Thema interessiert, findet hier eine Chronologie der unterschiedlichen Entscheidungen. Auch die Positionen der unterschiedlichen Parteien und deren vage Wahlversprechungen werden kritisch beleuchtet.





