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Neue Hoffnung bei Unfruchtbarkeit

Mittwoch, 18.03.2009 von Alexandra

Neue Hoffnung für unfruchtbare Frauen: Eine Gruppe britischer Wissenschaftler haben möglicherweise eine neue Therapie gegen Unfruchtbarkeit gefunden.

Die Mediziner vom Imperial College in London haben herausgefunden, dass ein Hormon mit dem hübschen Namen Kisspeptin die Fruchtbarkeit bei Frauen eventuell komplett wiederherstellen kann. Das Hormon spielt eine wichtige Rolle bei der Freisetzung derjenigen Hormone, die den Monatszyklus regeln.

In einer früheren Studie entdeckten die Wissenschaftler, dass bei einem frühen Mangel an Kisspeptin die Pubertät bei den betroffenen Mädchen gar nicht erst einsetzt. Nun haben sie die Wirkung des Hormons auf Frauen in gebärfähigem Alter untersucht, bei denen wegen eines Hormonungleichgewichts die Periode ausgesetzt hat.

Dabei stellte sich heraus, dass Gaben von Kisspeptin bei Frauen, die wegen eines Mangels an Geschlechtshormonen nicht menstruieren und nicht fruchtbar sind, wie ein “Kickstart” auf die Fruchtbarkeit wirken.

Die Wissenschaftler untersuchten 10 unfruchtbare Frauen, die nicht menstruierten. Im Vergleich zu den Frauen, die ein Placebo erhielten, stieg das Luteinisierende Hormon (LH) um das 48-fache an, das Follikelstimulierende Hormon (FSH) um das 16-fache. So konnten die Forscher übrigens auch belegen, dass Kisspeptin auf unfruchtbare Frauen viel stärker wirkt als auf fruchtbare, bei denen die Werte weniger dramatisch ansteigen.

Der Leiter der Studie, Dr. Waljit Dhillo, zeigte sich begeistert von dem Effekt, den das Kisspeptin auf unfruchtbare Frauen hat. Unfruchtbarkeit sei ein “niederschmetternder Zustand, der Millionen von Paaren weltweit betrifft”. Er hofft nun darauf, dass eine Behandlung mit Kisspeptin die Fruchtbarkeit bei Frauen mit einem niedrigen Spiegel von Geschlechtshormonen wieder herstellen kann, so dass auch sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen können.

Dhillos Team will nun untersuchen, wie eine Kisspeptin im Rahmen einer Therapie gegen Unfruchtbarkeit angewandt werden soll.

Die Behandlung mit Kisspeptin könnte nicht nur effektiver, sondern auch schonender als die gegenwärtig verwendeten Methoden sein, meint Professor Richard Anderson, Fruchtbarkeitsexperte der Universität von Edinburg. Aktuell werden meist die Eierstöcke stimuliert, was das Risiko für Nebenwirkungen und gefährliche Mehrlingsschwangerschaften erhöhe. Eine Behandlung mit Kisspeptin könne dagegen an der Wurzel des Problems anpacken. Da das Fortpflanzungssystem sozusagen neu gestartet würde, wären auch die Schutzmechanismen des Körpers intakt.

Anderson nannte Kisspeptin “das interessanteste Hormon-Neuentdeckung seit langer Zeit”. Eine echte Hoffung für viele unfruchtbare Frauen und Paare, deren Kinderwunsch bisher unerfüllt geblieben ist.


 

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