Als erstes deutsches Bundesland will Sachsen Kinderwunsch-Behandlungen finanziell unterstützen. Seitdem die Krankenkassen die Kosten für künstliche Befruchtungen nicht mehr komplett übernehmen, sind die Zahlen um rund 50% zurückgegangen.
Die sächsische Sozialministerin Christine Clauß wies darauf hin, dass die Unterstützung vor allem für finanzschwache Paare gedacht ist. Gerade die können sich seit Einführung der Gesundheitsreform die künstliche Befruchtung nicht mehr leisten, da die Krankenkassen nur noch die Hälfte der Kosten tragen, und das auch nur bei bis zu drei Versuchen. Laut Clauß führe diese Änderung dazu, dass jedes Jahr 6000 Kinder weniger geboren werden.
Sachsen will die Kinderwunsch-Behandlung unterstützen, um diesem hausgemachten Geburtenrückgang zu begegnen. Schon ab dem 1. März dieses Jahres erhalten verheiratete Paare finanzielle Unterstützung für die Behandlung ihres unerfüllten Kinderwunsches.
Nach Auffassung des Familienministeriums sind die Kosten für den ersten Versuch dem Paar noch zumutbar. Bei der zweiten und dritten Behandlung erhalten sie eine Pausschale von bis zu 900 Euro, bei der vierten Behandlung 1600 bis 1800 Euro. Insgesamt spendiert Sachsen dafür eine Million Euro.
Wollen Paare die Unterstützung in Anspruch nehmen, müssen sie einige Bedingungen erfüllen: Die Frau muss zwischen 25Â und 40 Jahre alt sein, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre. Das Paar muss miteinander verheiratet sein und seit mindestens einem Jahr in Sachsen wohnen. Zudem muss die Behandlung in einer entsprechenden Einrichtung in Sachsen durchgeführt werden. Wenn die private Krankenversicherung die Behandlung zahlen muss, hat das Paar keinen Anspruch auf die staatliche Förderung.
Wegen der Beschränkung der Unterstützung auf verheiratete Paare werfen FDP, Linke und Grüne der sächsischen Regierung vor, einem veralteten Familiebild anzuhängen.
Trotzdem freut sich Familienministerin Clauß (CDU) über die beschlossene Unterstützung für Ehepaare. Sie hofft darauf, dass sich viele andere Bundesländer dem sächsischen Vorbild anschließen.





